Wolfgang Koeppen

Wolfgang (Arthur Reinhold) Koeppen (* 23. Juni 1906 in Greifswald; † 15. März 1996 in München) gilt als einer der bedeutensten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Von großer Bedeutung ist hierbei seine Romantriologie, die Anfang der 1950er Jahre entstand.

1962 erhielt Wolfgang Koeppen den Büchner-Preis und 1974 wurde er der erste Stadtschreiber von Bergen. 1984 wurde ihm der Arno-Schmidt-Preis verliehen, 1990 wurde er Ehrendoktor der Universität Greifswald und 1994 Ehrenbürger der Stadt Greifswald.

Wolfgang Koeppen schlug sich in der Zeit der Weimarer Republik als Schauspieler und Dramaturgievolontär durch, ehe er im Berlin der späten zwanziger und frühen dreißiger Jahre als Feuilletonredakteur für den "Berliner Börsen-Courier" arbeiten konnte. Er veröffentlichte in dieser Zeit über 200 Literatur-, Theater- und Filmkritiken, sowie Essays und Reportagen. Im Zuge der Machtübernahme durch die Nazis verlor er seine Stellung. Als sein Romandebüt "Eine unglückliche Liebe" 1934 erschien, lebte er bereits in Holland. In dem Werk thematisierte Koeppen seine einseitige Beziehung zu der Schauspielerin Sybille Schloss. 1939 kehrte er wieder nach Deutschland zurück und hielt sich mit dem Schreiben von Filmdrehbüchern bis Kriegsende über Wasser. Seit 1943 lebte er in München.

Mit seiner "Triologie des Scheiterns" (1951: "Tauben im Gras"; 1953: "Das Treibhaus"; 1954: "Tod in Rom") gab er eine erste kritische Bestandsaufnahme der sich formierenden Bundesrepublik Deutschland. Mit Vehemenz und unerbittlicher Schärfe analysiert Koeppen die Rückstände jener Ideologien und Verhaltensweisen, die zu Faschismus und Krieg geführt haben und die schließlich in den fünfziger Jahren die Restauration der überkommenen Verhältnisse protegierten. In der Nachkriegszeit blieb Koeppen ein Außenseiter, der mit seinem Werk an die Tradition der klassischen Moderne anknüpfte. Sein Einfluss auf andere Autoren darf jedoch nicht unterschätzt werden.

Für den Süddeutschen Rundfunk führten ihn verschiedene Reisen u.a. 1955 nach Spanien, 1956 nach Rom, 1957 in die Sowjetunion und nach Warschau, nach Den Haag und London, 1958 in die USA und 1959 nach Frankreich. 1958 wurde "Nach Rußland und anderswohin" sowie 1959 "Amerikafahrt" veröffentlicht. Seiner Kindheit und Jugend in der vorpommerschen Stadt Greifswald widmet er sich in der 1976 erschienen Erzählung "Jugend".

Kurz vor seinem 90. Geburtstag starb Wolfgang Koeppen am 15. März 1996 in München.

Er wurde auf dem Münchner Nordfriedhof bestattet.

Seit 1998 verleiht Koeppens Geburtsstadt Greifswald den Wolfgang-Koeppen-Preis für Literatur. Die Universität Greifswald erwarb Koeppens Nachlass und 2002 wurde in Greifswald das Literaturzentrum Vorpommern eröffnet, das sich dem Andenken an Wolfgang Koeppen widmet und das Wolfang-Koeppen-Archiv enthält.

Werke (Auswahl)

Literatur

Weblinks


Siehe auch: Wolfgang-Koeppen-Stiftung

Koeppen, Wolfgang Koeppen, Wolfgang Koeppen, Wolfgang Koeppen, Wolfgang Koeppen, Wolfgang Koeppen, Wolfgang

See also: Wolfgang Koeppen, 15. März, 1906, 1962, 1974, 1984, 1996, 1998, 23. Juni, Arno-Schmidt-Preis