Wolfgang Leonhard
Wolfgang Leonhard (* 16. April 1921 in Wien) ist politischer Schriftsteller, Publizist, Historiker und Ostexperte. Er ist einer der führenden Kenner der ehemaligen Sowjetunion und des Kommunismus und Ehemann von Dr. phil. Elke Leonhard, MdB.
Leben
Wolfgang (eigtl. Wladimir) Leonhard ging als Junge mit seiner Mutter zuerst in schwedisches, dann in sowjetisches Exil nach Moskau. Er studierte von 1940 bis 1941 an der Moskauer Pädagogischen Hochschule für Fremdsprachen, wurde 1941 in das Gebiet Karaganda in Nordkasachstan umgesiedelt und besuchte von 1942 bis 1943 die Kominternschule. Von 1943 an war Leonhard Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland und kehrte Anfang Mai 1945 als 24jähriger Jungfunktionär mit Walter Ulbricht und der Gruppe Ulbricht nach Berlin zurück, wo er sich in Berlin dem Aufbau der kommunalen Verwaltung widmete. Von Juli 1945 bis September 1947 war er in der Abteilung Agitation und Propaganda des ZK der KPD (ab 1946 ZK der SED) tätig. Von 1947 bis 1949 war Wolfgang Leonhard Lehrer an der SED-Parteihochschule Karl Marx, Fakultät Geschichte, in Kleinmachnow. Der Kommunist Leonhard brach jedoch aus Opposition mit dem Stalinismus und floh 1949 über Prag nach Jugoslawien, wo er bei Radio Belgrad tätig war. 1950 siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über, wo er als Ostexperte, Kommentator für Fragen der Sowjetunion und des internationalen Kommunismus, zeitweise als so genannter "Kreml-Astrologe" bezeichnet, tätig war. Von 1956 bis 1958 absolvierte Leonhard Post Graduate Studies am St. Antony`s College der University of Oxford. 1963 bis 1964 übte er eine Forschungstätigkeit als Senior Research Fellow am Institut für Russlandforschung der Columbia University, New York, aus. In den Jahren 1966 bis 1987 übte er eine Lehrtätigkeit an der Historischen Fakultät der Yale University mit den Schwerpunktthemen "Geschichte der UdSSR" und "Geschichte der kommunistischen Weltbewegung" aus. Seit Juli 1987 besuchte er regelmäßig die Sowjetunion beziehungsweise heute Russland und einige andere GUS–Staaten. Seit 1993 war er sieben Mal als OSZE – Wahlbeobachter bei den Wahlen in Russland, Belarus und zuletzt in der Ukraine. Er war Gastprofessor an den Universitäten von Michigan, Mainz, Trier, Kiel, Chemnitz und Erfurt. Heute ist er als Ostexperte, Publizist und Vortragsredner tätig und lebt in Manderscheid (Eifel).
Er wurde mit
- dem Phi Beta Kappa der Yale Universität (1982),
- dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse (1987),
- der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Chemnitz (1998),
- dem Österreichischen Wissenschaftsorden I. Klasse (2002) und
- dem Europäischem Wissenschafts-Kulturpreis (2004)
geehrt.
Wichtigste Veröffentlichungen
- Sein Bestseller "Die Revolution entläßt ihre Kinder" ist 1955 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen und beschreibt seinen politischen Weg von Moskau im Jahre 1935 bis zu seiner Flucht aus Ost-Berlin 1949. Mehr Information zu diesem Buch: http://www.kiwi-koeln.de/mainpage.php?frame=buchinhalt&sektion=KiWi_Paperbacks&buchid=4701&fromautor=1
- Kreml ohne Stalin, 1959
- Sowjetideologie heute, 1962
- Chruschtschow, 1965
- Am Vorabend einer neuen Revolution, 1975
- Eurokommunismus, 1978
- Das kurze Leben der DDR, 1990
- Spurensuche, 40 Jahre nach "Die Revolution entläßt ihre Kinder", 1992
- Spiel mit dem Feuer - Rußlands schmerzhafter Weg zur Demokratie, 1998
Weblinks
- http://www.er-kulturmanagement.de/wolfgang%20leonhard/index.htm - Homepage von Dr. Eberhard Reimann, Wolfgang Leonhards Literaturagent, mit aktuellen Informationen, Vortragsterminen u.v.m.
- http://www.wolfgang-leonhard.de - Homepage von Wolfgang Leonhard
- http://www.kuenstlerkolonie-berlin.de/bewohner/leonhard.htm - Ein Erinnerungsbericht.
- http://www.bundesarchiv.de/aufgaben_organisation/abteilungen/bundesrepublik/nichtstaatlich/00480/ - Nachlass Wolfgang Leonhard im Bundesarchiv
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Leonhard, Wolfgang |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Politischer Schriftsteller, Publizist, Historiker und Ostexperte |
| GEBURTSDATUM | 16. April 1921 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang
Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang
Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang Leonhard, Wolfgang
