Wolframkarbid

Wolframkarbid (auch Wolframcarbid geschrieben) ist eine nichtoxidische Keramik und entsteht aus den chemischen Elementen Wolfram und Kohlenstoff. Es handelt sich um Einlagerungsmischkristalle. Dabei lagern sich Kohlenstoffatome zwischen die Gitterplätze des Wolfram ein. Die Reaktion verläuft über W2C zu WC. Wolframkarbid entsteht auch, wenn man Wolframoxide mit Kohlenstoff reduziert. Aus diesem Grund wird zur Herstellung von Wolfram Wasserstoff als Reduktionsmittel angewandt.

Wolframcarbid (=Widia) wurde erstmals 1914 hergestellt. Es zeichnet sich durch besondere Härte aus, die beinahe so hoch ist wie die Härte von Diamant. Für den Einsatz als so genanntes WC-Hartmetall wird meistens noch Co (Kobalt) zugesetzt.

Das Bearbeiten von WC-Hartmetallen ist nur durch Schleifen möglich. Die Korngröße von WC-Hartmetallen mit 6 bis 10% Co als Bindemittel beträgt ungefähr 0,5 bis 1,2 Mikrometer. WC-Hartmetall wird als Werkzeugschneide benutzt (Wendeschneidplatten) und als Werkstoff für hochbelastete Bauteile (Druckstöcke, Umformwerkzeug). Die Verarbeitung von WC-Hartmetall erfolgt durch Mischen, Mahlen, Grünsintern, Brennen oder HIPen (Heiß isostatisch pressen bei 1600 Bar und 1600°C).

Eckdaten:

Der Umgang mit Wolframkarbid erfordert besondere Arbeitsschutzmaßnahmen. Wolframkarbidstäube können lungengängig sein und Lungenfibrose verursachen.

See also: Wolframkarbid, Chemisches Element, Diamant, Hartmetall, Härte, Keramik, Kobalt, Kohlenstoff, Mikrometer, Widia