Wolke
Wolken im engeren, meteorologischen Sinne sind große Ansammlungen von Wassertröpfchen beziehungsweise Eisteilchen, hauptsächlich in der Troposphäre aber zum Teil auch in der Stratosphäre.
Umgangssprachlich werden auch ähnlich aussehende, schwebende Ansammlungen von Staub und Sand als Wolken bezeichnet. thumb|Wolkenhimmel
| Inhaltsverzeichnis |
Entstehung und Eigenschaften
Hauptartikel: Wolkenphysik
Eine Wolke besteht nicht aus Wasserdampf, welches ein Gas und daher genauso unsichtbar wie die restliche Luft ist. Sie ist ein Aerosol, eine Ansammlung von Wassertröpfchen. Erst nach dem Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur (den Kondensationspunkt) bilden sich aus dem Wasserdampf winzige Wassertröpfchen, in großer Höhe auch winzige, schwebende Eiskristalle. Zudem spielen Wolken eine wichtige Rolle im Strahlungshaushalt der Erde.
Klassifizierung
Die Wolken wurden erstmals 1802 von Luke Howard klassifiziert. Er teilte sie in Stratus (Schichtwolken), Cumulus (Haufenwolken), Cirrus (Schleierwolken) und Nimbus (Regenwolken) ein.
center|Wolkenstockwerke, Abkürzungen siehe unten
Nach der offiziellen Klassifizierung der World Meteorological Organization werden Wolken nach ihrer Höhe in vier Wolkenfamilien eingeteilt – hohe, mittelhohe, niedrige und solche, die über mehrere Stockwerke reichen (Nimbuswolken) –, die zehn Wolkengattungen umfassen. Diese werden weiter in 14 Arten, 9 Unterarten und 9 Sonderformen eingeteilt. Eine Wolke kann die Merkmale von einer Art und mehreren Unterarten besitzen.
Die Höhenangaben variieren mit der geographischen Breite, da die unterste Schicht der Atmosphäre (Troposphäre) am Äquator rund doppelt so hoch reicht wie an den Polen. Im Winter sind die Wolkenstockwerke niedriger als im Sommer. Die Höhen orientieren sich außerdem an der aktuellen Höhe der Tropopause.
thumb|180px|Cirrus+Cumulus In der Äquatorgegend erstreckt sich das mittlere Wolkenstockwerk von 2000–8000 Meter und das oberste bis 18.000 Meter, in Polnähe sind es 2000–4000 Meter und die Obergrenze liegt bei 8000 Metern.
Wolken werden verschieden benannt, zum Beispiel der Cirrus und die Cirruswolke bzw. die Cirren und die Cirruswolken.
Häufig sind mehrere Wolkenformen gleichzeitig vorhanden, die sich gegenseitig überdecken können.
Gattungen
Die Gattungen sind die zehn Hauptgruppen der Wolken. Sie geben an, in welcher Höhe sich die Wolken befinden, und ob sie labil oder stabil geschichtet sind.
Bei einer stabilen Atmosphärenschichtung sind die (Schicht-) Wolken meist konturlos, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist, sonst zerrissen bis gar nicht vorhanden. Eine labile Schichtung (mit Aufwinden) führt zu Quellwolken wie dem Cumulus oder dem Cumulonimbus. Die Gattungsnamen werden mit zwei Buchstaben abgekürzt, wobei der erste Buchstabe großgeschrieben wird.
Hohe Wolken
Hohe Wolken bewegen sich in 6000 bis 12.000 Metern Höhe.
Sie bestehen ausschließlich aus feinen Eiskristallen, dadurch haben sie eine charakteristische, strahlend weiße Farbe und sind somit von den anderen Wolkenfamilien leicht zu unterscheiden.
An ihrer Bewegung kann die Richtung und Geschwindigkeit der Höhenwinde abgeschätzt werden, die für eine Wettervorhersage entscheidend sind.
Cirrus
thumb|180px|Cirren thumb|left|180px|Cirruswolken
Cirren (Abkürzung: Ci) sind leuchtend weiße, zarte Fäden oder schmale Bänder mit einem seidigen Schimmer, deren Ränder meist durch die Höhenwinde ausgefranst sind. Oft bilden Cirren eine Hakenform aus, was auf das Absinken von Eiskristallen in Schichten mit anderer Windrichtung und -stärke zurückzuführen ist (uncinus). In der Regel besitzen Cirren jedoch scharfe Umrisse. Häufig treten die auch „Federwolken“ genannten Wolken zusammen mit dem Cirrocumulus oder Cirrostratus auf. Falls sie sich verdichten und weite Cirrostratusflächen auftreten, kann dies als Vorzeichen einer Warmfront gewertet werden.
Der Cirrus ist weniger breit als der Cirrostratus und hat deutlichere ausgefranste Strukturen.
Cirrocumulus
thumb|180px|Cirrocumuluswolken thumb|left|135px|Cirrocumuli
Cirrocumuli (Cc) sind kleine, meist miteinander verwachsene Wolken, die zusammen eine gerippelte Wolkenschicht bilden („kleine Schäfchenwolken“). Diese können so hoch werden, dass sie unter sich cirrusuntypische Schatten bilden und mit Altocumulus (siehe unten) verwechselt werden können. Der Cirrocumulus kann aber auch ähnlich wie der Cirrostratus aussehen, wird aber als Cirrocumulus bezeichnet, solange der größere Teil seiner Unterseite gerippelt oder in kleine Wölkchen unterteilt ist.
Cirrostratus
left|thumb|180px|Cirrostratuswolken right|thumb|180px|Cirrostratus
Cirrostratus (Cs, „Schleierwolken“) sind feine, strukturlose bis faserige Schleier aus Eiskristallen, die sich bilden, wenn große Warmluftmassen langsam emporsteigen, sich dabei abkühlen und die Feuchtigkeit kondensiert. Sie sind häufig Vorboten einer Warmfront und damit einer Wetterverschlechterung, im Sommer sind sie aber auch sonst am Himmel zu sehen. Der Cirrostratus erzeugt oft Halos, im Gegensatz zum Altostratus. Auch die Beobachtung der Zuggeschwindigkeit hilft dabei, ihn von dünnerem As auseinanderzuhalten.
Kondensstreifen
Hauptartikel: Kondensstreifen
Kondensstreifen sind künstliche, von Flugzeugen erzeugte Hohe Wolken. Bei der Verbrennung von Flugbenzin entsteht neben CO2 auch Wasserdampf, der fast augenblicklich gefriert. Kondensstreifen können je nach Wetterlage lange Bestand haben und mit zusätzlicher Luftfeuchtigkeit mächtige, regelrechte Wolkenstraßen bilden. In niedrigeren Luftschichten erzeugen Flugzeuge kein ähnliches Phänomen.
Mittelhohe Wolken
Mittelhohe Wolken befinden sich zwischen 2000 und 6000 Metern Höhe.
Sie bestehen überwiegend aus Wassertröpfchen und sind relativ uncharakteristisch; Verwechslungen mit tiefen Wolken kommen häufig vor. Einziges Indiz ist, da die Winde in dieser Höhe in der Regel stärker sind, dass die Wolken kleinere, länglichere Formen bilden und trotz starkem Wind scheinbar viel langsamer vorbei ziehen als die niederen Wolken.
Altocumulus
thumb|left|180px|Altocumuluswolken thumb|right|180px|Altocumuli
Altocumulus (Ac), regelmäßig angeordnete Ballen, könnte man als „gröbere Schäfchenwolken“ umschreiben. Wegen der stärkeren Winde sind sie meist etwas länglicher, kleiner und stärker ausgefranst als niedrigere Wolken, sie sind aber trotz allem schwer von den Stratocumuli und Cirrocumuli zu unterscheiden. Einige Unterschiede gibt es trotzdem: Erstens die Breite - Altocumuli sind bis drei Finger breit (bei ausgestrecktem Arm), alle Haufenschichtwolken, die grösser sind, sind dann eben Stratocumuli, und die Cirrocumuli sind weniger als einen Finger breit. Und zweitens der Eigenschatten, der beim Cirrocumulus nicht auftritt. Wolken ohne Eigenschatten werden Altocumulus genannt, wenn der grössere Teil der Wolkenteile ein bis drei Finger breit ist.
Altostratus
left|thumb|180px|Altostratuswolken thumb|180px|right|Altostratus
Altostratus (As) ist eine bläuliche bis graue mittelhohe Schichtwolke ohne Konturen, die aus (unterkühlten) Wassertröpfchen und Eiskristallen besteht. Sie ist leicht von Cirrostratus zu unterscheiden: Der Altostratus ist relativ deutlich grau, die Sonne ist hinter den dunklen Wolken manchmal fast nicht sichtbar; Der Cirrostratus hingegen hat eine leuchtend weiße Farbe und die Sonne wird meist nur wenig bedeckt, auch auf dem Erdboden werden scharfe Schatten geworfen. Beim Altostratus kommen ausserdem keine Halos vor. Die Unterscheidung von Stratus fällt deutlich schwerer, weil auch bei diesem die Sonne sichtbar sein kann - sie ist aber auch ein Hilfsmittel zur Unterscheidung. Beim Stratus hat die Sonne einen scharfen Rand und die Wolkenschicht kann gegen die Sonne betrachtet weiß aussehen, der Altostratus lässt sie als hellen Fleck erscheinen, hat aber eine graue Farbe. Weiter sind bei einer Altostratusdecke auf dem Erdboden keine Schatten sichtbar. Wenn der Altostratus nach Cirrostratus-Wolken großflächig aufzieht, ist meist eine Warmfront oder Okklusion im Anzug.
Anzahl Stunden, bis es zu regnen beginnt:
| ca. 9 h | Die Sonne ist ein wenig getrübt, aber mit scharfem Rand durch die Wolkenschicht sichtbar |
| ca. 6 h | Die Sonne ist nur noch als heller Fleck in der Wolkendecke erkennbar |
| bis 3 h | Die Sonne ist ganz verschwunden und unter der Wolkenschicht schweben einige Ac pan |
Niedrige Wolken
Niedrige Wolken bewegen sich unter 2.000 Metern Höhe.
Da sie aus Wassertröpfchen bestehen, sind sie oben meistens bläulich-weiß, aber an ihrer Unterseite je nach Mächtigkeit bläulich-grau bis dunkel.
Cumulus
thumb|left|180px|Cumulus congestus thumb|right|180px|Cumulus humilis Hauptartikel: Cumulus
Cumulus (Cu), Haufenwolke oder Quellwolke, umgangssprachlich auch „Blumenkohlwolken“ genannt, sind scharf von einander abgegrenzte (d.h. nicht wie beim Stratocumulus zusammengewachsene), dichte Wolken, die hauptsächlich aus Wassertröpfchen bestehen. Ihre Unterseite ist meist ziemlich flach, und sie reichen häufig weiter als bis zur Unterseite des Mittleren Stockwerks. Ihre von der Sonne beleuchtete Seite ist meist strahlend weiß.
Der Cumulus ist eine klassische, unverwechselbare Wolkenform, die „Bilderbuchwolke” schlechthin. Sie tritt meist bei schönem Wetter auf, wenn die Luft etwas feuchter ist. Am frühen Morgen kann sie als Indiz gewertet werden, dass sich Gewitter bilden werden, da dann noch keine stärkeren Aufwinde herrschen können und somit eine Front der Verursacher sein muss. Normalerweise entstehen Cumuluswolken erst im Tagesverlauf, wenn die Sonne den Boden genügend aufgeheizt hat.
Cumuluswolken entstehen durch thermische Aufwinde. Die warme, aufsteigende Luft dehnt sich aus, kühlt dabei ab und in einer bestimmten Höhe (auch Basishöhe genannt) kondensiert die mitgeführte Feuchtigkeit. Aus diesem Grund ist die Unterseite der Cumuluswolken sehr flach, und auch die Unterseiten der einzelnen Wolken befinden sich - gleiche Wetterverhältnisse bzw. Luftschichtung vorausgesetzt - alle etwa in der gleichen Höhe. Im Gebirge haben diese Wolken dagegen meist ein unregelmäßigeres Aussehen, da ihre Form oft von Hangaufwinden beeinflußt wird.
Für Segelflieger sind die Cumuluswolken sehr wichtig, denn sie markieren die thermischen Aufwinde.
Bei genügend großer Luftfeuchtigkeit und Konvektion entwickeln sich aus dem Cumulus Cumulonimbuswolken. Anzeichen dafür ist eine turmartige Form der Wolken. Sind die Wolken eher kugelig, ist nicht genügend Luftfeuchtigkeit für die Gewitterbildung vorhanden. Aus mächtigen Cumuluswolken (Cumulus congestus) kann es auch regnen, aber nur äußerst wenig und nicht anhaltend, so dass sie nicht als Regenwolken bezeichnet werden können. Es kommen dabei weder Blitz noch Donner vor.
Stratocumulus
thumb|left|180px|Stratocumulus thumb|180px|right|Stratocumuli
Stratocumulus (Sc), Haufenschichtwolken ohne Fasern, entstehen ähnlich wie Cumuluswolken, allerdings bei unterschiedlicher Luftschichtung und stärkerem Wind. Dies macht die Unterscheidung vom Altocumulus manchmal schwer.
right|thumb|120px|Stratocumuluswolken Die Stratocumuli sind die häufigsten bei uns auftretenden (Schönwetter-)Wolken; sie zeigen eine einigermassen stabile Schichtung an. Meist ist durch die Stratocumulus-Schicht der Himmel zu sehen. Stratocumulus-Wolken haben häufig eine graue Unterseite, da die Wassertröpfchen relativ viel Licht absorbieren – sie können aber auch fast weiß erscheinen. Die Unterschiede zum Cumulus sind einerseits die abgeflachte Oberfläche und andererseits, dass sie miteinander zusammenhängen.
Stratus
left|thumb|180px|Stratuswolke thumb|right|180px|Stratus
Stratus (St) ist eine niedere Schichtwolke, auch als Hochnebel (nicht Bodennebel) bezeichnet, die bei geeigneter Wetterlage fast bis zum Boden reichen kann. Der Stratus ist völlig strukturlos und besteht aus Wassertröpfchen; aus ihm fällt häufig Niederschlag in Form von Nieselregen, jedoch keine starken Niederschläge. Er zeigt in der Regel eine eher ruhige Wetterlage an. Bei sehr niedrigen Temperaturen können manchmal sogar Halos auftreten.
Der Stratus hat eine deutlichere und konturlosere Unterseite als der Nimbostratus und tritt bei schwachem Wind auf. Er kann "einfach so" erscheinen, der Nimbostratus hingegen "braucht" vorhandene Bewölkung.
St fra (Stratus fractus, zerrissen aussehend) ist weniger dicht und gräulicher als Cu fra.
Nimbuswolken
Nimbuswolken, (lateinisch Sturmwolken) oder auch Regenwolken, sind Wolken mit großer vertikaler Ausdehnung (erstrecken sich über alle drei Höhenbereiche); nur diese Wolken verursachen anhaltenden Regen oder auch Hagel.
Nimbostratus
thumb|left|180px|Nimbostratuswolke thumb|180px|right|Nimbostratus
Nimbostratus (Ns) ist eine mehr oder weniger konturlose, blaugraue Wolkendecke, die meist ab mittleren Höhen beginnt und oft langanhaltende Niederschläge verursacht. Sie besteht aus Wassertröpfchen, Regentropfen, Eis- und Schneekristallen und entwickelt sich oft aus Altostratuswolken. Die Sonne ist unter der dichten Wolkenschicht nicht sichtbar. Hagel kann aus dem Nimbostratus nicht fallen – das ist eine Verwechslung mit dem Cumulonimbus: wenn man sich jedoch genau unter ihm befindet, sehen beide in etwa gleich aus. Ein Unterschied ist außer dem Hagel spürbar: Nimbostratuswolken entstehen durch eine Warmfront und sind somit mit einem Temperaturanstieg verbunden. Ganz anders der Cumulonimbus, der mit der Kaltfront kommt: Da kann das Quecksilber rapide fallen.
Der Nimbostratus weist im Gegensatz zum Altostratus eine dunklere Graufärbung auf und verdeckt die Sonne total. Aus dem Altostratus fällt kein Niederschlag und aus dem Stratus nur Sprühregen. Die Unterseite des Nimbostratus ist undeutlich.
Cumulonimbus
left|thumb|180px|Cumulonimbuswolke thumb|180px|right|Cumulonimbus Hauptartikel: Cumulonimbus
Cumulonimbus (Cb) sind mächtige Sturmwolken, die sich etliche Kilometer hoch auftürmen.
Häufig verbreitert sich das obere Ende ambossförmig, weil die sich auftürmende Wolkenmasse an die Tropopause stößt und sie manchmal sogar durchbricht (zum Beispiel bei der Bildung eines Tornados). Bei stärkerenm Wind kann auch der ganze Amboss „verblasen“ werden, so dass die Wolke aussieht, als müsste sie jeden Moment kippen. Beim Durchzug einer Kaltfront sind zum Teil richtige Cumulonimbus-Reihen zu beobachten.
Der Cumulonimbus ist die klassischen Gewitterwolken und besteht aus Wassertröpfchen und in den oberen Wolkenschichten aus Eiskristallen. Er bringt massive Schauer und Hagel und ist auch die Wolkenform von Wirbelstürmen, und er kann bis 100 Millionen Tonnen Wasser beinhalten (in Extremfällen, sonst etwa 20 Mio. t). Allerdings ist seine Form häufig nicht klar zu erkennen, da er von anderen Wolken verdeckt wird. In der Cumulonimbus-Wolke herrschen extrem starke Aufwinde von bis zu 120 km/h.
Arten
Mit der Angabe der Art werden Wolkengattungen weiter nach ihrem inneren Aufbau und ihrer Gestalt unterteilt. Die verschiedenen Arten schliessen sich gegenseitig aus, also kann eine Gattung nur die Merkmale einer Art haben. Beispiele sind Cumulus congestus (Cu con), ein hoch aufgetürmter Cumulus, oder Altocumulus stratiformis (Ac str), weit ausgedehnter Altocumulus. Die Arten werden mit drei kleinen Buchstaben abgekürzt.
Unterarten
Die Unterarten dienen zur Angabe der Anordnung und der Lichtdurchlässigkeit. Eine Wolke kann die Eigenschaften von mehreren Unterarten aufweise (im Gegensatz zu den Arten, zu denenn sie eindeutig zugeordnet wird). Unterarten schließen sich gegenseitig nicht aus (außer opacus = lichtundurchlässige Wolkenschicht und translucidus = ziemlich durchsichtige Wolkenschicht, diese widersprechen sich).
Beispiele sind Altocumulus undulatus (Ac un, Altocumuli in Wellenform angeordnet) oder Cirrus vertebratus (Ci ve, Cirruswolke, die an ein Fischskelett erinnert). Unterarten werden mit zwei Buchstaben abgekürzt.
Sonderformen und Begleitwolken
Sonderformen und Begleitwolken müssen nicht zwingend mit der Hauptmasse der Wolke zusammenhängen - insbesondere die Begleitwolken sind meist davon getrennt. Beispiele: Cumulonimbus mamma (Cb mam, Cumulonimbus mit Quellungen „nach unten“) oder Cumulus pannus (Cu pan, zerfetzte Wolkenteile einer Cu-Wolke). Die Sonderformen und Begleitwolken werden - wie die Arten - mit drei Buchstaben abgekürzt.
pannus (pan)
Nimbostratus pannus (lateinisch zerrissen) ist eine Begleiterscheinung von Nimbostratus. Er entsteht durch im Fall verdunstenden und kondensierenden Regen und kündigt baldigen Regen an. Er ist auch bei lang anhaltendem Regen, so genanntem Landregen, beim Durchzug einer Warmfront zu beobachten.
Mutterwolken
Die Mutterwolke dient zur Angabe, aus welcher Gattung sich eine neue Wolkenform gebildet hat. Dazu wird an den Gattungsnamen der Mutterwolke „genitus“ angehängt. Ein typisches Beispiel ist der Cirrus cumulonimbogenitus (Ci cbgen); Cirrus, der sich aus dem Amboss einer Cb-Wolke entwickelt hat. Abgekürzt werden sie, indem man zur Gattungsabkürzung „gen“ anhängt (scgen, cugen, ...). Ausgeschrieben ersetzt man die Endung „-us“ durch ein „o“ und hängt noch ein „genitus“ an (cumulogenitus, stratogenitus, ...).
Übersicht
aus dem Internationalen Wolkenatlas, S.6 (s.u.)
| Gattungen | Arten | Unterarten | Sonderformen, Begleitwolken | Mutterwolken (Genitus) |
| Cirrus | fibratus uncinus spissatus castellanus floccus | intortus radiatus vertebratus duplicatus | mamma | Cirrocumulus Altocumulus Cumulonimbus |
| Cirrocumulus | stratiformis lenticularis castellanus floccus | undulatus lacunosus | virga mamma | |
| Cirrostratus | fibratus nebulosus | duplicatus undulatus | Cirrocumulus Cumulonimbus | |
| Altocumulus | stratiformis lenticularis castellanus floccus | translucidus perlucidus opacus duplicatus undulatus radiatus lacunosus | virga mamma | Cumulus Cumulonimbus |
| Altostratus | translucidus opacus duplicatus undulatus radiatus | virga praecipitatio pannus mamma | Altocumulus Cumulonimbus | |
| Nimbostratus | praecipitatio virga pannus | Cumulus Cumulonimbus | ||
| Stratocumulus | stratiformis lenticularis castellanus | translucidus perlucidus opacus duplicatus undulatus radiatus lacunosus | mamma virga praecipitatio | Altostratus Nimbostratus Cumulus Cumulonimbus |
| Stratus | nebulosus fractus | opacus translucidus undulatus | praecipitatio | Nimbostratus Cumulus Cumulonimbus |
| Cumulus | humilis mediocris congestus fractus | radiatus | pileus velum virga praecipitatio arcus pannus tuba | Altocumulus Stratocumulus |
| Cumulonimbus | calvus capillatus | praecipitatio virga pannus incus mamma pileus velum arcus tuba | Altocumulus Altostratus Nimbostratus Stratocumulus Cumulus |
Wetterbeobachtung
Frontpassage
left|thumb|Warmfront right|thumb|Kaltfront
Eine Front kündigt sich meist langsam an, indem zuerst immer mehr Cirruswolken, dann Cirrostratus, dann zusätzlich Altostratus und schließlich Nimbostratus aufziehen. Diese Abfolge läuft in umgekehrter Reihenfolge nach Durchzug der Front ab.
In der Regel ist sie begleitet von Cumuluswolken, je nach Stärke der Front auch von Cumulonimbuswolken.
Eine Warmfront unterscheidet sich von der Kaltfront bezüglich der Wolken vor allem darin, dass bei der Warmfront die Wolken langsamer aufziehen und bei der Kaltfront langsamer abziehen. Da eine Kaltfront „schneller“ als eine Warmfront ist (kalte Luft ist schwerer und „drückt“ sich schneller voran), sind die Aufwinde auch größer und riesige Cumulonimbuswolken können entstehen.
Gewitter und Stürme
Gewitter und Stürme sind häufig zusammen mit den charakteristischen Cumulonimbuswolken zu beobachten und treten in der Regel schnell auf und verziehen sich schnell wieder. Sofern sie nicht in Verbindung mit Fronten auftreten, klart der Himmel sehr schnell auf.
In einigen Fällen sind die Wolken absolut isoliert, das heißt, sie bilden einen einzelnen Block am ansonsten heiteren Himmel. Daher sind Gewitter vor allem im Gebirge tückisch. Sie können lokal innerhalb einer Stunde auftauchen, abregnen und weiter ziehen.
Extrem große Cumulonimbuswolken, so genannte Superzellen, sind aufgrund der Ausdehnung mit dem Auge kaum von Nimbostratus oder einer Front zu unterscheiden. Sie können Wirbelstürme mit sich bringen und bestimmen das Wettergeschehen viel länger als normale Gewitter.
Wolken und „Bauernregeln“
Der gut zu beobachtende Zug der Wolken hat eine Reihe von Bauernregeln begründet, deren Vorhersagequalität sich auf jahrzehntelanger, weitergegebener Beobachtungen beruhen, die aber nur regional zutreffen. So lautet beispielsweise eine Wetterregel aus dem Vinschgau in Südtirol:
- Kommen die Wolken aus Schnals,
- Haben wir's Wetter am Hals;
- Ziehen sie in's Martell,
- dann wird's wieder hell;
- kommen sie aus Matsch,
- macht es Plitschplatsch;
- kommen sie von Ulten,
- musst du dich gedulden!
Wenn eine markante Felsformation der Alpennordkette bei Innsbruck von einer Wolke umgeben ist, weist dies auf bevorstehenden Regen hin:
- Trägt Frau Hitt a Koppen, gean die Stadler durch Lacken.
Cirren kündigen in der Regel eine Warmfront und somit eine Wetterverschlechterung an. Dennoch kann man nicht sicher sein, dass diese den jeweiligen Standort auch erreichen wird. Daher entstammt der Spruch: "In Frauen und Cirren kann man sich irren."
Anomalien
Anomalien sind sehr ungewöhnliche Wolken, die insbesondere dem klassischen Modell widersprechen.
Perlmutterwolke
Eine Anomalie stellt die Perlmutterwolke dar. Sie bildet sich in der Stratosphäre nahe der Polarregionen in Höhen von 22 bis 29 km, in der normalerweise wegen des niedrigen Wasserdampfgehalts keine Wolken vorkommen.
Perlmutterwolken entstehen in Europa an den Gebirgen Norwegens und Schottlands durch aufsteigende Luftmassen.
Sie zeigen schöne Farben, die besonders deutlich sind, wenn die Sonne bereits hinter dem Horizont steht. Die Perlmutterwolke besteht aus Eiskristallen, welche durch Lichtbrechung die perlmuttartigen Farben erzeugen.
Siehe auch: Wallcloud
Literatur
- Dieter Walch (2000): So funktioniert das Wetter. München. ISBN 3-405-15945-8
- Berthold Wiedersich (2003): TaschenAtlas Wetter. Klett. ISBN 3-623-00021-3
- World Meteorological Organization (1990): Internationaler Wolkenatlas. 2. Auflage, Deutscher Wetterdienst. ISBN 3881482644
Weblinks
- Wolkengalerie zum Mitmachen
- Wetterbilder
- Karlsruher Wolkenatlas
- Wolkenarten (pdf-Datei)
- Wolken-Fotos, Fotogalerie Grundschule Friedrichsfehn
