Weltföderalisten
Als Weltföderalisten werden
- Individuen bezeichnet, die sich für den Weltföderalismus einsetzen und
- wird der Begriff als deutschsprachige Bezeichnung für deren internationale Organisation, das World Federalist Movement (WFM), verwendet.
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Weltföderalismus
Basierend auf den Erfahrungen des Ersten und Zweiten Weltkriegs geht der Weltföderalismus davon aus, dass weltweit verstandene Aufgaben wie Frieden, Sicherheit, Wohlstand oder die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen der Erde nur durch weltstaatliche Institutionen bewältigt werden können.
Kritik
Kritiker dieser Idee meinen hingegen, dass global einheitliche Regelungen den Wettbewerb zwischen den Staaten untergraben, sodass es beispielsweise keine Fluchtmöglichkeit mehr geben würde für diejenigen, die mit bestimmten Regelungen nicht einverstanden sind, die bereits jetzt schon einheitlich für einen ganzen Staat sind. Beispiele für über verschiedene Staaten stark unterschiedlich entschiedene Fragestellungen sind: Das Recht für jedermann, Waffen zu tragen; Das Recht, für einen Schwangerschaftsabbruch nicht verfolgt zu werden; das Wirtschaftssystem; das politische System. Kritiker meinen, dass für Betroffene im Notfall eine Auswanderung in Betracht kommt. Wären solch kontroverse Fragestellungen weltweit einheitlich geregelt, so wäre eine solche Auswanderung überhaupt nicht mehr möglich. Insofern sei ein Verlust des Wettbewerbs zwischen den Staaten ein Einschnitt in die individuelle Freiheit, der um so zahlreicher werde, je größer die Anzahl der kontrovers entscheidbaren Fragestellungen ist. Angesichts der Globalisierung und Modellen einer Weltinnenpolitik gilt diese Kritik zunehmend als veraltet und anachronistisch. Ihre Argumente setzen zudem an Punkten an, die der Weltföderalimus garnicht vertritt: Im Rahmen von Subsidiarität und Föderalismus sollen eben nur solche Probleme global geregelt und regiert werden, die ihrer Natur nach effektiv nur global geregelt werden können. Dies sind z.B. Verbreitung von Massenvernichtungswaffen oder CO2-Ausstoss, nicht jedoch der angeführte Schwangerschaftsabbruch.
World Federalist Movement
Das 1947 gegründete World Federalist Movement ist eine internationale Nichtregierungsorganisation mit beratendem Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Das WFM versucht durch Lobbyarbeit, Studien und Basisaktivitäten vor Ort auf globale Entwicklungsprozesse Einfluss zu nehmen. Sein Ziel ist es dabei, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Föderalismus und Menschenrechte das Fundament der werdenden weltstaatlichen Ordnung bilden. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht dabei eine Reform der Vereinten Nationen und eine Weiterentwicklung des Völkerrechts.
Das WFM koordiniert seit 1995 die Coalition for the International Criminal Court, einem Zusammenschluss von über 1.500 Nichtregierungsorganisationen weltweit, die zusammen mit progressiven Regierungen wesentlich an der Durchsetzung des Internationalen Strafgerichtshofs beteiligt war. Zu seinen Projekten gehört auch die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen als Zwischenschritt zu einem Weltparlament.
Das WFM hat über 20 nationale Mitgliedsorganisationen und zahlreiche assoziierte Mitgliedsorganisationen, darunter die Union Europäischer Föderalisten. Eine anerkannte deutsche Mitgliedsorganisation existiert nicht. Das 2003 gegründete Komitee für eine demokratische UNO bündelt neuerdings weltföderalistische Aktivitäten in Deutschland.
Prominente Weltföderalisten
Yehudi Menuhin, Thor Heyerdahl, Sir Peter Ustinov, Albert Einstein
Weblinks
- World Federalist Movement
- Coalition for the International Criminal Court
- Komitee für eine demokratische UNO
