Wunderkerze
Eine Wunderkerze besteht aus einem verkupfertem ca 30 cm langen Stahldraht auf dem eine ca 17,5 cm lange und 4 mm dicke Brennschicht aufgetragen ist, die als Oxidationsmittel Bariumnitrat enthält, welches das zugesetzte Aluminium- und Eisenpulver unter charakteristischem Funkensprühen verbrennt. Die Brenndauer beträgt dabei ca. 40 Sekunden. Als Bindemittel dienen hier Dextryn, Mehl oder Kartoffelstärke.
Die bei der Abbrennreaktion entstehenden Gase sollten nicht in größeren Mengen direkt eingeatmet werden, da sie Anteile von giftigem Kohlenmonoxid und Stickoxiden enthalten.
Herstellung
Geräte: Pozellanschale, Rührstab, Spatel.
11 g Bariumnitratpulver, 1 g Aluminiumpulver, 5 g grobes Eisenpulver und 3 g Stärke werden sorgfältig miteinander vermischt. Die Stärke dient als Bindemittel. Dann gibt man wenig kochendes Wasser hinzu und verrührt alles zu einem steifen Brei. Damit werden die entfetteten Eisenstäbe (z.B. Fahradspeichen) zur Hälfte überzogen. Das geht am besten mit einem Spatel. Hierbei ist auch ein Fön sehr hilfreich!
Die Wunderkerzen werden mindestens einen Tag getrocknet. Dann kann man sie entzünden.
Die für Wunderkerzen typischen Funken entstehen, wenn die winzigen Aluminium- und Eisenkörnchen blitzartig verbrennen. Dabei reagieren die Metallkörnchen mit dem aus dem Bariumnitrat (Oxidationsmittel) stammenden Sauerstoff zu Aluminiumoxid und Eisenoxid:
4 Al + 3 O2 ———> 2 Al2O3
4 Fe + 3 O2 ———> 2 Fe2O3
Siehe auch:Pyrotechnik
Literatur
- Christina Martin, Tönjes de Vries: Chemie der Wunderkerze - ein Thema nicht nur zur Weihnachtszeit. CHEMKON 11(1), S. 13 - 20 (2004), ISSN 0944-5846
Weblinks
- Anleitung für selbsthergestellte Wunderkerzen
