Würzburg-Riese

Der Würzburg-Riese war ein deutsches Funkmessgerät (FuMg 65) - eine Radar-Anlage, die im Zweiten Weltkrieg das Eindringen alliierter Bomber und Jäger in den von Deutschland kontrollierten Luftraum wirksam melden sollte.

thumb|left|Radaranlage Würzburg-Riese thumb|right|Radaranlage Würzburg-Riese, Vorderansicht

Der Luftwaffenexperte und General Joseph Kammhuber, Kommandeur der Nachtjäger, plante und realisierte einen abschirmenden Gürtel von Norwegen und Dänemark über die Niederlande und Belgien bis nach Frankreich - die so genannte "Kammhuber-Linie". Radarstationen mit sich überschneidenden Erfassungsbereichen, Scheinwerferstationen und startbereite Nachtjägereinheiten sollten die britischen und später auch amerikanischen Flieger abhalten. Das zentrale Informationszentrum der Radarstationen befand sich in einer Bunkeranlage im niederländischen Schaarsbergen bei Arnheim. Ab Juli 1943 störten die Alliierten die Wirksamkeit der Radaranlagen durch das Abwerfen von Stanniolstreifen. Die vielen Radio-Echos irritierten die deutsche Luftabwehr. Bald gelang es aber, über den Dopplereffekt die Geschwindigkeit der georteten Objekte zu bestimmen und die langsam schwebenden Metallstreifen auszublenden (Würzlaus).

Es war zu dieser Zeit nicht möglich über ein und die selbe Antenne sowohl zu senden als auch zu empfangen, und so gehörte zum System auch immer eine Freya-Anlage, eine einfache Peilantenne, mit der die reflektierten Frequenzen aufgefangen und ausgewertet wurden.

See also: Würzburg-Riese, 1943, Arnheim, Dopplereffekt, Freya, Nachtjäger, Radar, Stanniol, Zweiter Weltkrieg, Würzlaus