Wurzelrassenhypothese

32px|Baustelle Beurteilung: Die Neutralität dieses Artikels ist umstritten. Eine Erläuterung dazu befindet sich entweder auf der Diskussionsseite oder auf der Seite für Neutralitätsprobleme.

Achte bitte beim Bearbeiten des Artikels auf die Herstellung eines neutralen Standpunkts und entferne diesen Baustein erst, wenn die beanstandeten Stellen verbessert worden sind.

Die Kulturtheorie der theosophischen Lehre vertritt die Ansicht, dass sich die Menschheit in Rassen, von niederen zu immer höheren Stadien entwickelt hat, mit der arischen Rasse als bislang höchster Entwicklungsstufe. Nach diesen überwiegend hypothetischen Rassen sind daher die Zeiträume oder Kulturstufen der Menschheitsgeschichte benannt (sog. Wurzelrassen mit jeweils sieben Unterrassen).

Die Modifizierung dieser Lehre in der Anthroposophie Rudolf Steiners führte die weniger anstößigen Begriffe Hauptzeitraum bzw. Zeitalter (für Wurzelrasse) und Kulturepoche (für Unterrasse) ein, hält aber weiterhin an der begrifflichen Koppelung von Entwicklungszeiträumen an einzelne Kulturgruppen ("Rassen", Völkern) als ihren Trägern fest. Die Hauptzeiträume oder auch Menschheiten sind mythologisch verankerten zyklischen Geschichtsvorstellungen wie der Ära, dem Zeitalter oder dem Platonischen Weltenjahr mit insgesamt 25920 Jahren vergleichbar: Je ein zwölftel des Platonischen Weltenjahres entspricht mit ca. 2160 Jahren einer Kulturepoche. Während jeder der im Durchschnitt ca. 2160 Jahre währenden Kulturepochen wandert die Sonne am sogenannten Frühlingspunkt stets im gleichen astronomischen Tierkreiszeichen, um mit dem Erreichen des nächsten astronomischen Tierkreiszeichens, die nächste Kulturepoche auszulösen. Mit den Erkenntnissen der wissenschaftlichen Ur- und Frühgeschichte und Anthropologie sind diese Theorien nicht zu Deckung zu bringen; sie gehören in den Bereich von spiritualistischen Glaubenslehren und Weltanschauungen. Nach Steiner durchläuft der Mensch von Inkarnation zu Inkarnation in einem Wechsel von Aufstieg und Verfall alle Kulturepochen, um sich immer mehr zu vervollkommnen.

Jeder Hauptzeitraum soll sieben Kulturepochen umfassen. Der gegenwärtige nachatlantische (arische) Hauptzeitraum wird eingeteilt in 1. die urindische (7227 - 5067 v.Chr.), 2. die urpersische (5067 - 2907 v.Chr.), 3. die ägyptisch-chaldäische (2907 - 747 v.Chr.), 4. die griechisch-römische (747 v.Chr. - 1413 n.Chr.) und 5. die gegenwärtige, die germanisch-angelsächsische Kulturepoche, die 1413 n.Chr. begann. Im Durchschnitt dauern die einzelnen Kulturepochen 2160 Jahre (das ist ein Zwölftel des Platonischen Weltenjahres, wobei jeder Abschnitt des Platonischen Weltenjahres dem astronomischen Tierkreiszeichen entspricht, in welchem im Frühlingspunkt die Sonne aufgeht). In Zukunft sollen noch die 6. slavische und dann als letzte unseres Hauptzeitraums als 7. die amerikanische Kulturepoche folgen, in der durch den „Kampf aller gegen alle“ und durch ungezügelten Egoismus unser gegenwärtiger Hauptzeitraum dem Untergang entgegengehen wird.

Danach folgt nach Rudolf Steiner ein neuer Hauptzeitraum. Dem gegenwärtigen Hauptzeitraum, der bereits weit in die Vorgeschichte ausgreift, werden weitere Kulturstufen der Menschheit (Hauptzeiträume) vorangestellt, die die Namen Polaris, Hyperboräa, Lemuris und Atlantis tragen und zugleich mythische Menschenrassen meinen. Ihr Ansatz ist esoterisch, d.h. völlig spekulativ. So ist es in keinerlei prähistorischer Erkenntnis fundiert, daß für den jetzigen Hauptzeitraum der vorausgehende Hauptzeitraum (die Atlantis) mit ihrer fünften, ursemitischen Kulturepoche die Wurzeln gelegt haben soll. Steiners Absicht ist es nicht, die biologische und kulturelle Geschichte des Menschen zu beschreiben; es geht eher um die Geschichte in ihrer spirituellen Dimension. So habe die dritte Wurzelrasse, die sogenannten Lemurier, südlich des heutigen Asien gelebt. Sie hausten in Erdhöhlen und atmeten eine wässrige milchartige Substanz ein. Sie seien ursprünglich geborene Magier gewesen, konnten Gedanken lesen und ungeheure Lasten durch blossen Willen heben.

Die Wurzelrasse der Atlantier soll mit ihrem Kontinent Atlantis gegen Ende ihrer 7. Kulturepoche im Gebiet des heutigen Atlantischen Ozeans versunken sein (Sintflutsage, ca. 8.000 v.Chr.). Ein Inselrest (Poseidonis) soll aber noch eine gewisse Zeit weiterexistiert haben. Ferner wird über Atlantis ausgesagt: Die Bewohner der Atlantis hätten ebenfalls über gewaltige magische Kräfte verfügt und mittels Naturmagie Fahrzeuge durch die Luft schweben lassen können, dafür hatten sie einen wenig entwickelten Verstand bzw. ein nur geringes Denkvermögen, hatten aber dafür ein phänomenales Gedächtnis. Die ersten Keime zu einem selbständigen Denken seien in der ursemitischen Kulturepoche der Atlantis gelegt worden.

Als Ideologiekritiker dieser Weltanschauung tritt vor allem Peter Bierl auf.

Literatur

Als Kritiker dieser Anschauung:

Weblinks

See also: Wurzelrassenhypothese, Anthropologie, Anthroposophie, Atlantis, Atlantis (Mythos), Denken, Esoterisch, Frühlingspunkt, Ideologiekritik