Žilina

Wappen Karte
90px|Wappen von Žilina 180px|Žilina in der Slowakei
Basisdaten Stadt Žilina
Kraj (Landschaftsverband): Žilinský kraj
Okres (Bezirk):

Žilina

Fläche: 80,05 km²
Einwohner: 85.347 (2002)
Bevölkerungsdichte: 1066 Einwohner je km²
Höhe: 342 m ü. NN
Postleitzahl: 010 XX
Vorwahl: 0 41
Geografische Lage: 49° 14' n. Br,
18° 44' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: ZA</code>, ZI
Gemeindekennziffer: 517402
Gliederung Stadtgebiet: 15 Stadtteile
Adresse Gemeindeamt: Mestský úrad Žilina
Radničná 1
010 01 Žilina
Offizielle Website: www.zilina.sk
E-Mail-Adresse: radnica@zilina.sk
Politik
Bürgermeister: Ján Slota

thumb|right|Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit und Burian-Turm in Zilina Žilina (deutsch Sillein, ungarisch Zsolna) ist ein wichtiges Zentrum der Nordwest-Slowakei, hat zirka 85.000 Einwohner und liegt an der Waag im Žilinská kotlina (Silleiner Kessel). Die Stadt ist Hauptstadt des Landschaftsverbands (Žilinský kraj) und die wichtigste Stadt des gleichnamigen Bezirkes.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Frühe Geschichte und Mittelalter

Die Stadt Žilina ist ein alter Siedlungsplatz (Altsteinzeit, Lausitzer Kultur, Puchaer Kultur). In der Zeit Großmährens befand sich hier eine slawische/slowakische Siedlung. Im 12. Jahrhundert stand hier eine romanische Kirche.

Im Mittelalter war Žilina lediglich eine Kleinstadt (weniger als 1000 Einwohner). Der erste Quellenbeleg stammt von 1208 in der Form terra de Selinan (siehe unten). Das Zentrum der alten slawischen Stadt Žilina befand sich in der Nähe der Kirche des Heiligen Königs Stephan im Stadtteil Závodie. Die Kirche blieb bis heute als das einzige Denkmal aus dieser Zeit erhalten.

In der Nähe der alten Stadt, die Ende des 13. Jahrhunderts zerstört wurde, legten deutsche Kolonisten aus dem schlesischen Fürstentum Teschen Anfang des 14. Jahrhunderts eine neue Siedlung an. Vor dem Jahr 1312 erhielt Žilina die Stadtrechte. 1321 bekam Žilina durch den König Karl Robert das Merktrecht sowie das Meilenrecht zugesprochen. Die Stadt wurde zum Zentrum von Handwerk, Handel und Verwaltung für zahlreiche Gemeinden der nordwestlichen Slowakei. Zu den wertvollsten Dokumenten gehört die als Privilegium pro Slavis bezeichnete Urkunde vom König Ludwig I. dem Großen aus dem Jahr 1381. Mit dieser Urkunde wurden soziale, wirtschaftliche und vor allem nationale Widersprüche zwischen Slowaken und Deutschen geregelt. Der König ordnete darin an, dass der Stadtrat von den Deutschen und Slowaken paritätisch besetzt wird, was angeblich "schon seit der Gründung der Stadt so praktiziert" wurde. Der Anteil der deutschen Bevölkerung nahm bereits zu dieser Zeit deutlich ab.

Stadtrechtsbuch

Das alte Stadtrechtsbuch ist ein sehr wichtiges Sprachdenkmal: Sein erster Teil von 1378 in Spätmittelhochdeutsch enthält das Magdeburger Stadtrecht und einige Gebete. Der zweite Teil von 1473 enthält die Übersetzung des ersten Teils in ein slowakisiertes Tschechisch. Es handelt sich hierbei um den ältesten erhaltenen Rechtstext, der in der damaligen slowakischen Amtssprache verfasst wurde. Der dritte Teil von 1380-1524 enthält diverse Eintragungen auf Deutsch, Latein sowie in slowakisiertem Tschechisch.

Neuzeit

Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt protestantisch. 1610 fand hier auch die wichtige Synode von Žilina statt, die zum ersten Mal eine protestantische kirchliche Organisation in der Slowakei (und damit auch im Königlichen Ungarn) festlegte. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzte jedoch eine starke Rekatholisierung ein und führte wegen des heiftigen Widerstands der hiesigen Bürger 1691 zu einem Vertrag, aufgrund dessen die inzwischen königliche Freistadt ihre Rechte verlor und auf eine Untertanenstadt reduziert wurde.

Als Folge von lang anhaltenden Kämpfen, einer Heuschreckenplage (1693), von Hochwasserschäden, Bränden (1521 und 1678 brannte die Stadt fast vollständig ab) und Pestepidemien (1710 und 1713) verfiel die Stadt Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich.

19. und 20. Jahrhundert

Zu einer wirtschaftlichen Belebung kam es nach dem Ausbau der Bahnstrecke Košice-Bohumín (1871) sowie der Waag-Strecke (1883). Die Stadt wurde zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt und erhielt den entscheidenden Impuls für die Entwicklung von Industrie (1891 Tuchfabrik, 1892 Kunstdüngerfabrik, 1896 Elektromotorenfabrik und andere).

Vom 11. Dezember 1918 bis 3. Februar 1919 war Žilina Sitz der ersten (vorübergehenden) slowakischen Regierung innerhalb der Tschechoslowakei unter dem Vorsitz Vavro Šrobárs. Am 6. Oktober 1938 wurde hier wiederum die slowakische Autonomie innerhalb der Tschechoslowakei erklärt. Die Stadt war auch Schauplatz der ersten Kämpfe des Slowakischen Nationalaufstands.

Nach dem zweiten Weltkrieg entstanden hier viele neue Unternehmen (Großplattenwerk, Kühlhaus, Ziegelwerk, Stahlkonstruktionen und andere).

1949-1960 und seit 1996 war Žilina Sitz eines Landschaftsverbands.

Folgende Gemeinden wurden der Stadt angeschlossen: Bánová (1970), Budatín (1949), Bytčica (1970), Považský Chlmec (1970), Trnové (1970) und Závodie (1949).

Geschichte des Stadtnamens

Der erste Quellenbeleg stammt von 1208 in der Form terra de Selinan. Der slowakische Name ist entweder vom Personennamen Žila + Possessivendung -ina (d.h. (Das Dorf) von Žila), oder vom Personennamen Žilin + Endung -jane (d.h. Die Leute von Žilin/ die Žilins) abgeleitet. Die deutsche sowie ungarische Namensform sind aus der slowakischen entstanden.

Sehenswürdigkeiten

Die Innenstadt von Žilina ist ähnlich wie Bratislava als sehr große Fußgängerzone gestaltet, in der Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie dominieren.

Sonstige Sehenswürdigkeiten:

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus folgenden 15 Stadtteilen:

  1. Bánová
  2. Brodno
  3. Budatín
  4. Bytčica
  5. Celulózka
  6. Mojšova Lúčka
  7. Považský Chlmec
  8. Strážov
  9. Trnové
  10. Vranie
  11. Zádubnie
  12. Zástranie
  13. Závodie
  14. Žilina mit den Stadtvierteln Staré mesto, Hliny, Hájik, Solinky, Vlčince und Rosinky
  15. Žilinská Lehota

Verkehr

Žilina hat einen Bahnhof, Bratislava kann in ca. 2 Stunden und 40 Minuten mit der Eisenbahn mehrmals täglich erreicht werden. Einige Trolleybuslinien und ein Stadtbussystem sind vorhanden.

Weblinks


See also: Žilina, 11. Dezember, 12. Jahrhundert, 1208, 13. Jahrhundert, 1312, 1321