Węgorzewo
Węgorzewo [vɛŋgɔˈʒɛvɔ] (bis 1945 deutsch Angerburg) ist eine Stadt in Ermland-Masuren in Nordostpolen mit ca. 12.000 Einwohnern. Die Stadt am Mauersee und an der Węgorapa ist eines der Zentren für den Tourismus in der Region Masuren.
Angerburg - ein im Sommer viel besuchter Ferienort mit ca. 11.800 Einwohnern - liegt an der Mündung des Flusses Angerapp in den Mauer-See.
Am Ufer des Mauer-Sees, wo früher die altpruzzische Burg »Angele« gestanden haben soll, errichtete der Ritterorden 1335 eine hölzerne Wehranlage (Altenburg), die 1365 durch Litauer niedergebrannt wurde. Etwa 2 km nordöstlich des Sees entstand danach eine neue Ordensburg aus Stein. 1469 mußte die Burg wegen Überschuldung an die Brüder Hans und Anselm von Tettau verpfändet werden. Nach 1525 hatten Landesfürsten hier ihren Sitz.
Im 15. Jh. entstand um die Burg eine kleine Siedlung. Sie wurde Neudorf genannt und erhielt 1514 die Lokalisationsprivilegien. Nachdem sie 1571 das Stadtrecht erhalten hatte, wurde sie in Angerburg umbenannt, was in masurischer Mundart »Wegobork« hieß. Außer dem natürlichen Schutz, den der Fluß bot, besaß Angerburg nur Erdbefestigungen und einen Palisadenzaun. Drei Tore führten in die Stadt: das Königsberger, das Polnische und das Litauische Tor.
1898 erfuhr Angerburg durch den Anschluß an das Bahnnetz nach Gerdauen, später Goldap - Lötzen - Rastenburg - Magrabowa und Gumbinnen einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung. 1922 entstand hier Ostpreußens größte Fischzuchtanstalt. Darüber hinaus war in der Stadt die Provinzial-, Heil-, Lehr- und Pflegeanstalt »Bethesda« segensreich tätig. Zwischen den Kriegen entwickelte sich Angerburg zu einem Eissegel- und Segelsportzentrum.
1945 wurde die Stadt zu 8o % zerstört.
Im Zentrum der Stadt erhebt sich die 1605/11 erbaute spätgotische Pfarrkirche, gestiftet von Friedrich zu Dohna und Andreas von Kreutzen. Sie wurde im 18. Jh. umgebaut und zu Beginn des 20. Jh. durch den Anbau des Querschiffes vergrößert. An der Innenausstattung sind ein barocker Hochaltar, eine Orgel und eine Kanzel (alle aus dem Jahre 1652) von Interesse.
Sehenswert ist auch die ehemalige Ordensburg (erbaut im 14.Jh., umgebaut in der Mitte des 18. Jh., im Zweiten Weltkrieg völlig ausgebrannt und in den 80er Jahren unseres Jahrhunderts wiederaufgebaut).
Als Baudenkmäler sind einige Bürgerhäuser (19. Jh.) anerkannt.
In der Nähe von Angerburg:
Deutsch-russischer Soldatenfriedhof ,,Jägerhöhe“. Er wird von einem Westdeutschen in Ordnung gehalten. Ca. 350 deutsche und russische Gefallene des 1. Weltkrieges ruhen hier. Im Februar 1915 wurde hier die 1. Russische Armee von einer deutschen Armee unter der Führung Hindenburgs und seines Generalstabschefs Ludendorff besiegt.
Der Spruch auf der Tafel lautet:
sie schlummern und wachen doch
sie ruhen zu neuer Tat
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