Yellow Book (Literatur)
Das Yellow Book taucht 1890 in Das Bildnis des Dorian Gray von Oscar Wilde als Buch mit verderbender Wirkung auf.
Das Buch, das in „Das Bildnis des Dorian Gray“ als Werk aus der „französischen Symbolistenschule“ beschrieben wird, wurde oft mit dem 1884 veröffentlichten „À rebours“ (Gegen den Strich) von Joris-Karl Huysmans gleich gesetzt. Wilde selbst bezeichnete das Yellow Book jedoch als reine Erfindung. Das Buch schildert den Niedergang eines jungen Parisers, der alle Leidenschaften und Denkweisen erfahren will. Dorian Gray identifiziert sich schließlich selbst mit dem Helden und beginnt seine unmoralischen Eskapaden.
Das Literaturmagazin
In den Jahren 1894 bis 1897 erschien ein literarisches Magazin mit dem Namen The Yellow Book in England. Es wurde von Elkin Mathews und John Lane herausgegeben und war das tonangebende Medium des britischen Ästhetizismus. Bekannte Autoren wie Max Beerbohm oder Henry James schrieben für das Magazin, aber auch Texte von jungen Autoren wie Arnold Bennett, Charlotte Mew und Maurice Baring wurden veröffentlicht. Als Illustrator war Aubrey Beardsley, der durch die Illustrationen für Oscar Wildes Salomé berühmt wurde, für die künstlerische Gestaltung verantwortlich.
Als Oscar Wilde 1895 wegen Unzucht angeklagt wurde, fand man bei ihm einen französischen Roman mit gelbem Einband, von dem die Presse als „Yellow Book“ sprach. Die Verbindung Beardsleys mit Wilde reichte aus, dass in der Folge ein Steine werfender Mob vor dem Büro des Verlegers erschien und mehrere andere Autoren die Entlassung Beardsleys forderten. Nach dessen Weggang ließ der Erfolg des Magazins nach, bis es 1897 nach 13 Ausgaben eingestellt wurde.
Beardsley gründete mit anderen das Magazin „The Savoy“, für dessen erstes Titelblatt er einen Cherubim zeichnete, der auf ein Exemplar von „The Yellow Book“ urinierte.
Literatur
- Patrick Bade: "Aubrey Beardsley", New York: Parkstone Pree Ltd, 2001.
- Oscar Wilde: "Das Bildnis der Dorian Gray", Leipzig: Reclamverlag, 2000, Nachwort von Ulrich Horstmann.
