Zákynthos
Zákynthos (neugr. Zykinthos; ital. Zante; im Altertum Hyria) ist eine der Ionischen Inseln, nächst Cerigo die südlichste der sieben größeren, liegt der Nordwestspitze von Morea gegenüber, südlich von Kephalonia, an der Westküste Griechenlands, umfasst 438 km² und hat etwa 35.000 dauerhafte Einwohner (2002).
Die Insel, wegen ihrer Schönheit von den Italienern il tiore di Levante genannt, hat die Gestalt eines Ovals mit einer nach Nordosten (Kap Schinari) gerichteten Spitze und einem tiefen Einschnitt im Südosten (Bai von Chieri), ist vulkanisch, den Erdbeben sehr ausgesetzt, wasserarm, im Osten flach, im Westen und Norden aber durch eine Kette von Kalksteinbergen (bis zu 760 m) gebirgig. Das Klima ist mild und gesund.
Hauptprodukte sind Korinthen, Südfrüchte, Wein, Öl, Seide, Salz und Seife. Nordöstlich vom Kap Chieri finden sich Quellen flüssigen Erdpechs (die größte ein Brunnen von 2 1/2 m Durchmesser und 1 m Tiefe), während auf der Nordostküste der Insel in einer nur von der See her zugänglichen, zum Teil von Wasser erfüllten Grotte ein mineralisches Öl emporquillt. Auch sollen Schwefel- und Anthrazitlager vorhanden sein. Getreide wird nur in geringer Menge gebaut. Die Waldungen bestehen aus Oliven-, Lorbeer-, Myrtenbäumen etc., machen aber mehr und mehr dem Korinthenbau Platz. Haustiere werden wenig gehalten. Die Industrie umfasst Baumwollspinnerei, Fabrikation von Teppichen, Seidenzeugen, Leinwand und Likören.
Die gleichnamige Hauptstadt Zákythos, an der Ostküste, amphitheatralisch an einem Hügel gelegen, dessen Gipfel die von den Venezianern erbaute Zitadelle krönt, ist Hauptstadt des gleichnamigen Nomos, welcher die Insel Zákynthos umfasst und hat viele Kirchen (darunter die Kirche der Phaneromeni, die schönste Kirche der Ionischen Inseln, und die des St. Dionysius).
Geschichte
Zakynthos hieß im Altertum ursprünglich Hyria und hatte aus der Peloponnes eingewanderte Achäer zu Bewohnern, die auf der Ostseite die einzige gleichnamige Stadt gründeten, politisch aber nie eine bedeutende Rolle spielten.
Im 2. Jahrhundert v. Chr. fiel Zakynthos in die Hände der Römer, welche die Insel zur Provinz Epirus schlugen.
Darauf kam sie an das oströmische Reich, im 13. Jahrhundert in den Besitz des Königs von Neapel und im 14. Jahrhundert in den der Venezianer.
1797 kam Zakynthos, wie die übrigen Ionischen Inseln, in die Gewalt der Franzosen, denen es 1799 von den Russen wieder entrissen wurde. Seit 1800 bildete die Insel einen Teil der Ionischen Republik und fiel mit dieser 1863 an das Königreich Griechenland.
| 90px | Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn du der Meinung bist, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel entfernt werden. |
