ZDF SPORTstudio
Das ZDF SPORTstudio ist eine wöchentliche Sportsendung des ZDF am Samstagabend, ihr ursprünglicher Name: Das aktuelle Sportstudio
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Sport im ZDF
Da das ZDF mit bescheidenen Mitteln seinen Sendebetrieb aufnehmen mußte, versuchte man die Pubikumsrenner besonders zu forcieren, worunter insbesondere der Sport fiel. So begann man mit einer ungewöhnlich großen Sport-Redaktion von 42 Mitarbeitern, der es tatsächlich gelang, die ARD eine ganze Zeit lang bei der Sehbeteiligung zu überbieten. Dieses Vorhaben begünstigte die gerade neu eingeführte Fußballbundesliga, welche den Fußball mit ihren Punktesystem wesentlich attraktiver gestaltete. Dazu schuf man eine maßgeschneiderte Sendung.
Konzept
Die erste Sendung des Aktuellen Sportstudios wurde am 24. August 1963 ausgestrahlt, dem ersten Spieltag der Fußballbundesliga. Zwar ging es - insbesondere in der spielfreien Zeit - auch um andere Sportarten, einen Großteil des Programms nahm aber stets der Fußball ein. Damit begann gewöhnlich auch die Sendung, lediglich Harry Valérien besaß die Marotte, mitunter mit einer Randsportart zu starten. In der Anfangszeit entstand die Sendung noch während ihrer Ausstrahlung. Weil das ZDF überhaupt keine Einspielstationen besaß, mußten sämtliche 16 mm-Filme von den Stadien nach Eschborn gebracht, dort entwickelt und geschnitten werden. Der Reporter mußte ebenfalls nach Eschborn eilen, da er nur dort den Live-Kommentar sprechen konnte. Dabei handelte man stets nach dem Grundsatz: Lieber eine interessante Panne als eine langweilige Sendung. Dem Publikum führte man dieses Vorgehen stets vor Augen, damit es mitzittern konnte.
Vollkommen neu waren auch die Interviews: Bislang guckte der gerade Sprechende immer in die Kamera, im Sportstudio schien es, die Kamera wird von der Gesprächsrunde gar nicht bemerkt. Dieses heute selbstverständliche Vorgehen fand seinerzeit sogar in den USA Beachtung, bei den deutschen Fernsehkritikern hingegen für große Verwunderung, führte dann aber 1965 zu einen Bambi.
Als tragende Säule des ZDF-Erfolgs gehörte das Sportstudio zu den ersten Sendungen, die in Farbe ausgestrahlt wurden, erstmalig am 3. September 1967.
Torwand
Ein Markenzeichen des SPORTstudios ist die Torwand, die auf eine Anregung des Sport-Studio-Moderators Werner Schneider zurückgeht und seit dem 5. September 1966 existiert. Zwar hatte man einmal versucht, sie aus dem Programm zu nehmen, Zuschauerproteste führten aber zur schnellen Wiedereinführung. Es handelt sich um eine bemalte Holzplatte mit zwei Löchern, eins links oben und eins rechts oben, die gerade einmal 55 cm Durchmesser aufweisen. Sie sind aus 7m Entfernung derart schwer zu treffen, daß noch kein einziger Studiogast mit den je 3 Versuchen pro Loch 6 Treffer erzielen konnte, selbst 5 Treffer sind ausgesprochen selten. Letzteres trat erstmals am 18. Mai 1974 ein, geschossen durch Günter Netzer. Selbst Franz Beckenbauer gelangen bisher maximal 4 Treffer, obwohl er im Rahmen einer Meisterschaftsfeier schon einmal von einen Weißbierglas aus beim ersten Versuch traf.
Vorspann
Die - immer noch aktuelle - Titelmusik wurde von Max Greger komponiert und mit seiner Bigband eingespielt. Ursprünglich begann die Sendung immer mit einer Bahnhofsuhr, um die Aktualität zu unterstreichen, dann folgte eine von Hand gedrehte Litfaßsäule, auf der die Themen der Sendung plakatiert waren.
Namensänderung
Der ursprüngliche Sendetitel Das aktuelle Sport-Studio wurde 2000 in ZDF SPORTstudio geändert. Der Grund dafür: Bislang hatte man stets live gesendet, was mit dem Wort "aktuell" im Titel zum Ausdruck kam. Nunmehr handelt es sich nur noch um eine aus Kostengründen zuvor aufgezeichnete Sendung.
Carmen Thomas
Mit Carmen Thomas moderierte am 3. Februar 1973 die erste Frau eine deutsche Sportsendung. Damit sind zwei weitere Ereignisse der deutschen Fernsehgeschichte verbunden: In ihrer zweiten Sendung konnte Carmen schon zu Beginn der Sendung die Ausgabe der Bild am Sonntag des folgenden Tages zeigen und daraus die Kritik zu ihrer Sendung vorlesen. Nochmals bekannter machte sie im folgenden Sommer der Versprecher "Schalke 05" , der zwar auch schon anderen passiert ist, auf dem sie aber dennoch seitdem ungefähr einmal pro Woche angesprochen wird.
ehemalige Moderatoren
- Heribert Meisel (der Moderator der ersten Sendung)
- Wim Thoelke
- Harry Valérien
- Werner Schneider
- Dieter Kürten
- Hanns Joachim Friedrichs
- Bernd Heller
- Karl Senne
- Günther Jauch.
ehemalige Moderatorinnen
- Carmen Thomas
- Sissy de Mas
- Joan Haanappel
- Doris Papperitz
- Christine Reinhard (bislang letzte Moderatorin)
