Reißbrett
Das Reißbrett dient technischen Zeichnern, Konstrukteuren und Architekten zum Erstellen technischer Zeichnungen und Bauzeichnungen, also zum Anfertigen von "Rissen": Grundrissen, Aufrissen und dergleichen, für die technisch orientierte, meist die sichtbaren Kanten zeigende Darstellung von Ansichten, wenn ein Objekt durchgeschnitten würde, also sozusagen virtuell "aufgerissen" werden könnte.
Das Reißbrett hat eine Mindestabmessung, so dass ein DIN A3-Blatt darauf befestigt werden kann. Es gibt transportable Varianten für den Arbeitstisch, und selbständige, als Büromöbel fungierende Reißbretter. Die Zeichenfläche kann bei Standgeräten (Zeichenmaschinen) oft in der Höhe und Neigung verstellt werden. Bei größeren Reißbrettern findet man eine Vorrichtung zum Messen, Auftragen und Übertragen von Koordinaten und Bemaßungsangaben, entweder in Form von Kantenwagen-Parallel-Führungen, oder mittels Scheren-Parallelogrammführungen mit Gewichtsausgleich.
Ergänzt wird das Reißbrett durch Zeichengeräte (Reißzeug, Lineale, Zeichendreiecke, Winkelmesser, Bleistifte, Beschriftungsschablone, Maßstäbe , Tuschefüller, Kratzklingen).
Das Reißbrett ist Vorläufer von CAD (Computer Aided Design) und wurde mittlerweile von Computer-unterstützen Systemen weitgehend verdrängt.
Siehe auch: Reißzwecke, Reißzeug, Technische Zeichnung, Technisches Zeichnen, Zeichenmaschine
Das Reißbrett ist auch ein in der Symbolik der Freimaurer gebrauchtes Zeichen des Meistergrades, das zu den "unbeweglichen Kleinodien" gehört (vgl. Winkelmaß). Es ermöglicht dem Meister, gemäß der Symbolik der gotischen Bauhütten, das Bauwerk im Grundriss vorzuzeichnen. Auf den meisten Lehrtafeln ist es mit einem Doppelkreuz und einem darunterliegendem Andreaskreuz bedeckt, was meist nur mit dem Hinweis auf "geometrische Figuren" erläutert wird. Es handelt sich jedoch eindeutig um ein Rasterschema, mit dessen Hilfe eine besonders im 18. Jahrhundert gern gebrauchte Geheimschrift aus Quadraten, Winkeln und Punkten konstruiert werden konnte (nach Biedermann, "Das verlorene Meisterwort", 1986 ). Im schwedischen System der Freimaurerei gehört das Reißbrett bereits zum Lehrinhalt des Lehrlingsgrades. Baurnjöpel (1793) schrieb, dass jeder Meister "sich dadurch in seinen Arbeiten bekräftigen, und auf seinen Reißbrett die Grundlinien ziehen soll; welche sowohl für ihn selbst, als für alle, die unter seiner Führung arbeiten, unauslöschlich stehen zu bleiben haben. "
