Zeitschriftenartikel
Zeitschriftenartikel (engl. Article, Contribution) sind die häufigste Form der Veröffentlichungen von Experten und Wissenschaftern zu einem Fachgebiet.
Sie können entgeltlich oder unentgeltlich überlassen werden - je nach dem Fachthema, der wirtschaftlicher Lage des Publikationsorgans und evt. auch der Bedeutung des Autors.
Der übliche Umfang für Artikel in renommierten Zeitschriften ist von Fachgebiet zu Fachgebiet sehr unterschiedlich. Er liegt in geisteswissenschaftlichen Publikationsorganen meist zwischen 15 und 25 Seiten, anderweitig auch nur zwischen etwa 3 und 8 Seiten, in Ausnahmefällen auch weit darüber. War früher der Setzer für das Layout des Manuskripts verantwortlich, müssen heute meist die Autoren selbst für gute digitale Vorlagen (teilweise auch der Abbildungen) sorgen.
Die bei einer Fachzeitschrift eingereichten Beiträge werden vor dem Druck meist einer Begutachtung durch einen oder mehrere Fachleute des betreffenden Gebietes (Peer, Gutachter) unterzogen.
Bei Feststellung von Mängeln wird dem Autor (dem Hauptautor) Gelegenheit zur Überarbeitung, bzw. bei fachlichen Zweifeln zur Gegendarstellung gegeben, wobei der Name der Gutachter im Regelfall ungenannt bleibt.
Vorteile dieses "Peer Review" sind erhöhte Qualität der Arbeiten und allgemein verständlichere Formulierungen. Nachteilig sind Aufwand und Dauer des Review-Verfahrens, bzw. die häufige Ablehnung unüblicher Forschungsansätze, wenn ein Fachgebiet von wenigen Experten dominiert wird.
Liegt einem Artikel die schriftliche Fassung eines Vortrags (etwa bei einer Fachveranstaltung oder einem Symposium) zugrunde, spricht man im internationalen Sprachgebrauch von einem "Invited" bzw. "Presented Paper". Nach positiver Begutachtung nennt man den Beitrag Reviewed Paper.
Der Vorausdruck eines einzelnen Artikels wird Preprint genannt, ein (nachträglicher) Einzeldruck hingegen Separatum oder Sonderdruck. Bei traditionellen Zeitschriftenveröffentlichungen erhalten die Autoren meist 20 bis 30 kostenlose Sonderdrucke als Belegexemplare, die zur wissenschaftlichen Kommunikation mit Kollegen genutzt werden. Die früher für Korrekturzwecke oft üblichen "Druckfahnen" sind heute im selben Maß seltener geworden, wie die elektronische Publikation an Bedeutung gewinnt.
Die in einigen Fachgebieten stark zunehmende elektronische Publikation führt in letzter Zeit zum verstärkten Ruf nach Open Access - dem freien, kostenlosen Zugang wissenschaftlicher Literatur im Internet.
Siehe auch:
- Fachzeitschrift, Journal, Tagungsband, Zeitschriftenkrise
- Manuskript, Korrektur
- Elektronische Zeitschrift, Eprints, Postprint
- Open Archives Initiative, Budapest Open Access Initiative
