Zemplín (Landschaft)

[[Bild:Zemplen.png|right|thumb|500px|Lage des Komitats Semplin im ]] Zemplín (deutsch Semplin [früher auch Semmlin], ungarisch Zemplén, lateinisch Zemplinum) ist der Name einer Landschaft in der Slowakei und gleichzeitig einer historischen Verwaltungseinheit (Gespanschaft/Komitat) im Königreich Ungarn.

Das Gebiet ist heute zwischen der Ostslowakei und dem nordöstlichen Ungarn aufgeteilt, der slowakische Name "Zemplín" wird jetzt als inoffizielle Bezeichnung für dieses Gebiet und offizielle Bezeichnung einer Tourismusregion verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Komitat Semplin grenzte im Norden an Polen (beziehungsweise 1772-1918 an das österreichische Kronland Galizien), im Osten an das Komitat Ung, im Süden an das Komitat Saboltsch, im äußersten Südwesten an das Komitat Borschod, im südlichen Westen an das Komitat Abaujwar-Tornau und im Nordwesten an das Scharoscher Komitat.

Das Gebiet befindet sich im östlichsten Teil der heutigen Slowakei (außer eines Gebietes zwischen dem Vihorlat-Gebirge und dem Latorica-Fluss) und in auf einem Landstreifen zwischen den Flüssen Bodrog und Theiß im heutigen Ungarn. Die Flüsse Labortz und Bodrog durchfließen das Gebiet und 1910 gab es im Komitat 343.194 Einwohner auf einer Fläche von 6269,30 km².

Verwaltungssitze

Anfänglich befand sich der Verwaltungssitz auf der Sempliner Burg (bei Zemplín), im 13. Jahrhundert auch in Sárospatak (slowakisch Potok, daher stammt die alternative Bezeichnung des Komitats comitatus de Potok). Seit dem Spätmittelalter war dann der Hauptsitz des Komitats in Zemplín und ab 1748 schließlich in Sátoraljaújhely.

Geschichte

Als eines der ältesten Komitate des Königreichs Ungarn entstand es wahrscheinlich um 1018, die Nordgrenze war damals allerdings der Fluss Latorica. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurden vom Königreich Ungarn sukzessive die mehr im Norden gelegenen slowakischen Gebiete erobert und dem Komitat angeschlossen. Die spätere Nordgrenze (d.h. die heutige nördliche Grenze der Ostslowakei) wurde erst Anfang des 14. Jahrhunderts erreicht.

Im 17. Jahrhundert war das Komitat um 1600, dann 1622-1629 (siehe Gabriel Bethlen) und kurz nach 1645 Bestandteil von Siebenbürgen.

1918 wurde der größere nördliche Teil der Region (einschließlich eines Teils des Komitats Ung) ein Teil der neu entstandenen Tschechoslowakei, der südliche Teil (mit der Stadt Sátoraljaújhely) verblieb als Komitat Zemplén bei Ungarn, dies wurde durch den Vertrag von Trianon 1920 bestätigt.

1938 bis 1945 war auch der südliche Teil des vormals tschechoslowakischen Gebiets des ehemaligen Komitats aufgrund des 1. Wiener Schiedsspruchs von Ungarn besetzt und 1939 besetzte Ungarn nach einem ungarisch-slowakischen Krieg auch noch die östliche Hälfte des restlichen Gebiets des ehemaligen Komitats. In Ungarn kam das Land zu den Komitaten Zemplén und Ung. In der Slowakei bestand 1940 - 1945 die neu erschaffene Šarišsko-zemplínska župa (Scharosch-Zempliner Gespanschaft).

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs 1945 wurden die Vorkriegsgrenzen wiederhergestellt. Die slowakische Gespanschaft wurde aufgelöst. Das ungarische Komitat Zemplén wurde mit dem Komitat Borsod und einem Teil des Komitats Abaúj-Torna zum noch heute bestehenden Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén vereinigt.

Seit 1993, als sich Tschechien und die Slowakei friedlich trennten, ist der nördliche Teil der Landschaft ein Teil der Slowakei und liegt im Kaschauer (Košický kraj) und im Preschauer Landschaftsverband (Prešovský kraj).

Das Gebiet des Komitats wurde in der Tschechoslowakei bzw. Slowakei chronologisch wie folgt administrativ eingegliedert:

Bezirksunterteilung

Die Gespanschaft bestand im frühen 20. Jahrhundert aus folgenden Stuhlbezirken (meist nach dem Namen des Verwaltungssitzes benannt):

Stadtbezirk:

Sátoraljaújhely, Sárospatak, Tokaj und Szerencs liegen im heutigen Ungarn.

siehe auch

Weblinks

See also: Zemplín (Landschaft), 1018, 13. Jahrhundert, 1748, 1910, 1918, 1920, 1938