Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr
Das Zentrum für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ZNBw) ist die zentrale Dienststelle der Bundeswehr zur Feststellung, Analyse und Bewertung der militärischen und politischen Lage anderer Staaten sowie der Militärischen Sicherheitslage der Bundesrepublik Deutschland. Das ZNBw ging am 01. Juli 2002 aus dem Amt für Nachrichtenwesen der Bundeswehr (ANBw) hervor, liefert und analysiert Informationen für das Einsatzführungskommando und das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesnachrichtendienst (BND), dem Auswärtigen Amt (AA) und weiteren Sicherheitsorganen der BRD.
Die Hauptinformationsquellen des ZNBw sind der BND, die Einsatzkontingente, Militärattaches, Botschafter, das Kommando Strategische Aufklärung (KSA), Verbindungselemente in befreundeten Nachrichtendiensten und der NATO und vor allem Presseberichte. Da das ZNBw meist, nicht wie der BND und die Presse, über eigenes Nachrichtenaufkommen aus Krisengebieten verfügt, versteht sich das ZNBw eher als wachsames Auge mit vorausblickenden aktuellen Analysen in der Hinterhand.
Da das BMVg nicht direkt über die Arbeit des BND verfügen kann (Befehls-/Weisungsbefugnis), betrachtet sich das ZNBw nicht als überflüssig, wenn auch der BND ähnliche Aufgaben wahrnimmt. Gestaffelte Geheimhaltungsgrade oder der Schutz von Quellen des BND lassen meist nur eine sehr eng umgrenzte Weitergabe einzelner Informationen durch den BND zu. Das ZNBw liefert an das BMVg dagegen vollständig und vor allem ohne Verzug.
Das ZNBw gliedert sich in die Abteilungen:
- Grundlagen,
- Einsatz,
- Zentrale Aufgaben,
- Systemsteuerung und
- Lehrgruppe.
Die Abteilung Grundlagen analysiert die teilstreitkraft-übergreifenden und -spezifischen Elemente zur Bearbeitung der Lage anderer Staaten einschließlich ihrer Land-, Luft- und Seekriegspotenziale.
Das Lagezentrum des ZNBw ist der Abteilung Einsatz zugeordnet und übernimmt eine zentrale Warn- und Schutzfunktion für das BMVg und die Bundeswehr sowie deren Einsatzkontingente 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag. Das ZNBw ist damit rund um die Uhr auskunftsfähig.
Das ZNBw verfügt über circa 650 Dienstposten wovon allerdings ca. 30 Prozent mit zivilen Mitarbeitern besetzt sind.
