Zetzwil
| Wappen | |
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| 98px|Wappen von Zetzwil
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| Basisdaten | |
| Kanton: | Aargau |
| Bezirk: | Kulm |
| BFS-Nr.: | 4147 |
| PLZ: | 5732 |
| Koordinaten: | 47° 18' n. Br. 8° 12' ö. L. |
| Höhe: | 522 m ü. M. |
| Fläche: | 5.81 km² |
| Einwohner: | 1225 (31. Dezember 2004) |
| Website: | www.zetzwil.ch |
| Karte | |
| 299px|Karte von Zetzwil
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Zetzwil ist eine Gemeinde im Bezirk Kulm im Schweizer Kanton Aargau. Sie liegt im oberen Wynental.
| Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Das Landschaftsbild um Zetzwil wird geprägt durch die markante, durchschnittlich zwanzig Meter hohe Endmoräne, die sich beinahe im rechten Winkel über die gesamte Breite des Tales erstreckt; sie entstand während der Würmeiszeit beim Rückzug des Reussgletschers. Nach Ende der Eiszeit staute die Moräne einen flachen See; dieser verlandete, als die Wyna das Hindernis durchbrochen hatte. Während Jahrtausenden lag hier ein ausgedehntes Sumpfgebiet, das Gontenschwiler Moos, das erst während des 1. Weltkrieges trockengelegt wurde.
Das Dorf selbst liegt am östlichen Rand der Talebene unterhalb der Moräne, an jener Stelle, wo zwei kleine Bäche in die Wyna münden. In Richtung Norden erhebt sich die bis zu 747 Meter hohe Wandfluh, in Richtung Osten erstreckt sich ein kleines Seitental hinauf zur Eichhalde (771 m ü. M.), zum Tätschbüel (715 m) und zum Homberg (787 m). Diese Hügel bilden die natürliche Grenze zum Seetal. An den Berghängen liegen ein paar verstreute Einzelhöfe.
Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 581 Hektaren, davon sind 223 Hektaren bewaldet und 48 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt befindet sich auf 785 Metern knapp unter dem Gipfel des Hombergs, die tiefste Stelle liegt auf 494 Metern an der Wyna.
Nachbargemeinden sind Dürrenäsch und Leutwil im Norden, Birrwil im Osten, Reinach im Südosten, Reinach im Süden, Gontenschwil im Südwesten sowie Oberkulm im Nordwesten.
Geschichte
Die Gegend um Zetzwil war bereits während der Jungsteinzeit besiedelt, als sich Menschen am Ufer des damaligen Sees niederliessen. Die von den Alemannen gegründete Siedlung " Zeinhwile" wurde erstmals am 4. März 1173 in einem Schutzbrief erwähnt, den Kaiser Barbarossa dem Chorherrenstift in Beromünster ausstellte. Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Lenzburg, ab 1173 in jenem der Grafen von Kyburg. Nachdem diese 1273 ausgestorben waren, wurden die Habsburger die neuen Landesherren.
1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau; Zetzwil gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau und war Teil des Gerichtsbezirks Trostburg im Amt Lenzburg. Die Reformation wurde 1528 eingeführt. 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die "Gnädigen Herren" von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Zetzwil gehört seither zum Kanton Aargau.
Im Jahr 1850 hatte die Gemeinde fast gleich viele Einwohner wie heute. Doch wegen fehlender Verdienstmöglichkeiten zogen bis 1900 fast vierzig Prozent aller Einwohner weg; nicht wenige davon wanderten nach Nordamerika aus. Erst die Gründung von drei Zigarrenfabriken um 1900 und die Eröffnung der Wynentalbahn am 5. März 1904 konnten den Niedergang stoppen. In der Folge stieg die Zahl der Einwohner wieder kontinuierlich an; gleichzeitig wandelte sich das einst landwirtschaftlich geprägte Dorf zu einer Wohngemeinde, die sich heute an den grösseren Regionalzentren orientiert.
Bevölkerung
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1764 | 573 |
| 1803 | 840 |
| 1850 | 1226 |
| 1900 | 748 |
| 1930 | 849 |
| 1950 | 871 |
| 1960 | 848 |
| 1970 | 1033 |
| 1980 | 1048 |
| 1990 | 1214 |
| 2000 | 1245 |
Am 31. Dezember 2004 lebten 1225 Menschen in Zetzwil, der Ausländeranteil betrug 7,8 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 70,3 % reformiert. 16,2 % römisch-katholisch und 3,6 % moslemisch; 1,3 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an. 95,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, je 0,9 % Italienisch und Serbokroatisch.
Behörden
Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.
Die 5 Gemeinderäte sind:
- Kurt Hofmann, Gemeindeammann
- Rudolf Kasper, Vize-Gemeindeammann
- Niklaus Voramwald
- Beat Heinzer
- Doris Naef
Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht in Unterkulm zuständig. Zetzwil gehört zum Friedensrichterkreis Gontenschwil.
Wirtschaft
In Zetzwil gibt es rund 500 Arbeitsplätze, davon 13 % in der Landwirtschaft, 22 % in der Industrie und 65 % im Dienstleistungsbereich. Der mit Abstand wichtigste Arbeitgeber ist die Stiftung Schürmatt der reformierten Landeskirche, die geistig und mehrfach behinderte Kinder und Erwachsene betreut; neben einem Wohnheim unterhält die Stiftung mobile und ambulante Dienste, heilpädagogische Sonderschulen und geschützte Arbeitsstätten. Der industrielle Sektor beschränkt sich auf einige Gewerbebetriebe, seitdem 1988 die letzte Zigarrenfabrik geschlossen wurde. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Nachbardörfern wie Reinach oder Unterkulm.
Verkehr
Durch das Dorf verläuft die Wynental-Hauptstrasse von Aarau über Beromünster nach Luzern; eine Nebenstrasse führt über Gontenschwil in Richtung Sursee. Der Anschluss an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Station der Wynentalbahn.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und eine Primarschule. Die Realschule kann in Gontenschwil besucht werden, die Sekundarschule in Gontenschwil oder Oberkulm, die Bezirksschule in Reinach oder Unterkulm. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.
Weblinks
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