Zikaden
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| 250px|none|ZikadeZikade (Cercopidae) | ||||||||||||
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Die Zikaden oder Auchenorrhyncha sind eine Gruppe der Insekten und gehören zu den Schnabelkerfen (Hemiptera). Von den bekannten ~50.000 Arten leben in Mitteleuropa etwa 900. Die Körperlänge der Tiere beträgt i.d.R. zwischen 1,8 und 38 mm, die Kaiserzikade (Pomponia imperatoria) kann bis zu 70 mm lang werden und eine Flügelspannweite von maximal 180 mm erreichen. Alle Zikaden ernähren sich saugend von Pflanzensäften. Dies sind die Leitungsbahnen (Xylem oder Phloem), die Zellverbände zwischen den Epidermisschichten (Mesophyll) und Pflanzenwurzeln. Bei vielen Arten der Zikaden liegt eine enge Wirtspflanzenbindung vor.
Alle zu den Zikaden gehörenden Gruppen sind durch einen Saugrüssel gekennzeichnet, dessen Grundaufbau bei den Schnabelkerfen beschrieben wird. Dieser liegt bei den Zikaden im Kehlbereich, was ihnen ihren wissenschaftlichen Namen "Kehlrüßler" einbrachte.
Die Vorderflügel der Zikaden sind nicht verhärtet wie bei den Wanzen, obwohl sie deutlich derber als die Hinterflügel sind. In Ruhestellung werden die Flügel dachartig auf den Hinterleib gelegt, im Flug werden beide Flügelpaare häufig durch Häkchen miteinander verbunden. Die Hinterbeine sind zu Sprungbeinen umgestaltet, was den meisten Zikaden sehr gute Sprungeigenschaften verleiht.
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Lauterzeugung bei den Zikaden
Eine Reihe von Arten der Zikaden sind in der Lage, Geräusche zu produzieren. Hierzu besitzen sie ein eigenes Organ, das "Trommelorgan" (Tymbal) am Beginn des Hinterleibs. Durch ansetzende Muskeln (Singmuskel) werden Schallplatten in diesem Organ in Schwingung versetzt. Verdeckt wird das Organ durch einen Deckel, der vom letzten Brustsegment ausgeht, häufig noch zusätzlich durch eine Platte am Organ selbst. Direkt unter dem Singmuskel sorgt ein großer Luftsack für die notwendige Resonanz. Mit Hilfe dieser Organe können Laute im Bereich von 0,5 bis 25 Kilohertz erzeugt werden, allerdings sind nur die Laute der Singzikaden (Cicadidae) vom Menschen wahrnehmbar.
Der Gesang der Männchen dient vor allem der Anlockung der Weibchen, er kann jedoch auch zur Festsetzung von Reviergrenzen eingesetzt werden. Auch Weibchen können singen (ausgenommen manche Weibchen der Singzikaden), ihre Gesänge sind allerdings weniger vielfältig.
Systematik der Zikaden
Zu den Zikaden werden zwei Gruppen zusammengefasst, die Laternenträgerartigen und die Rundkopfzikadenartigen.
Laternenträgerartige - Fulgoromorpha (Fulgoriformes)
Die Laternenträgerartigen unterscheiden sich von den Rundkopfzikadenartigen durch die Form der Antennen und den mit den Brustsegmenten verschmolzenen Hinterhüften. Die prominentesten Vertreter dieser Gruppe sind die in Südamerika beheimateten Laternenträger (Fulgoridae) der Gattung Laternaria mit einer auffälligen Verlängerung der Stirnpartie. Sie sind in Europa besonders durch die Zeichnungen der Anna Maria Sibylla Merian bekannt geworden. Doch auch in Mitteleuropa kommen Arten aus dieser Gruppe vor.
- Spornzikaden (Delphacidae)
- Glasflügelzikaden (Cixiidae)
- Ameisenzikaden (Tettigometridae)
- Rindenzikaden (Achilidae)
- Mückenzikaden (Tropiduchidae)
- Laternenträger (Dictyopharidae) mit dem Europäischen Laternenträger (Dictyophara europaea) als einziger Art in Deutschland
- Käferzikaden (Issidae)
- Walzenzikaden (Caliscelidae)
- Schmetterlingszikaden (Flatidae)
thumb|right|250px|Gemeine Blutzikade (Cercopis vulnerata)
Rundkopfzikadenartige - Cicadomorpha (Cicadiiformes)
Die Rundkopfzikadenartigen stellen die größte Gruppe der Zikaden dar. Hierher gehören auch die überwiegende Anzahl der in Mitteleuropa zu findenden Arten. Sie gehören folgenden Familien an:
- Singzikaden (Cicadidae)
- Buckelzirpen (Membracidae)
- Blutzikaden (Cercopidae)
- Schaumzikaden (Aphrophoridae)
- Kleinzikaden (Cicadellidae)
Literatur
- R. Biedermann , R. Niedringhaus: Die Zikaden Deutschlands - Bestimmungstafeln für alle Arten. Fründ, Scheeßel 2004, ISBN 3-00-012806-9
- W.E. Holzinger, I. Kammerlander, H. Nickel: The Auchenorrhyncha of Central Europe - Die Zikaden Mitteleuropas. Volume 1: Fulgoromorpha, Cicadomorpha excl. Cicadellidae. - Brill, Leiden 2003, ISBN 90-04-12895-6
- H. Nickel: The leafhoppers and planthoppers of Germany (Hemiptera, Auchenorrhyncha): Patterns and strategies in a highly diverse group of phytophagous insects. Pensoft, Sofia and Moskau, 2003, ISBN 954-642-169-3
- H. Nickel, R. Remane (): Artenliste der Zikaden Deutschlands, mit Angabe von Nährpflanzen, Nahrungsbreite, Lebenszyklus, Areal und Gefährdung (Hemiptera, Fulgoromorpha et Cicadomorpha). - Beiträge zur Zikadenkunde 5/2002. pdf 229 KB
- R. Remane, E. Wachmann: Zikaden - kennenlernen, beobachten - Naturbuch Verlag, Augsburg 1993, ISBN 3-89440-044-7
Weblinks
- Moorzikaden: Zikaden der Hochmoore im Weser-Ems Gebiet
- Zikaden oft verkannt und wenig bekannt - aber hochinteressant
