Zimmerwalder Manifest
Das Zimmerwalder Manifest wurde im September 1915 in der Zimmerwalder Konferenz, einer geheimen Internationalen Sozialistischen Konferenz im Berner Dorf Zimmerwald, verabschiedet.
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Inhalt
Die Unterzeichneten erklärten den 1. Weltkrieg zum "Krieg der Kapitalisten" und forderten die internationale Einigkeit der sozialistischen Kräfte im Kampf für den Frieden. Sie riefen alle nationalen sozialistischen Parteien auf, ihre Zustimmung zu Kriegskrediten zu verweigern (siehe auch: Burgfriedenspolitik) und bezeugten allen Opfern des Krieges ihre uneingeschränkte, internationale Solidarität.
Teilnehmer und Unterzeichner
Die prominenteste Teilnehmer der Konferenz:
- der zu dieser Zeit im Schweizer Exil lebende Wladimir Iljitsch Uljanov, genannt Lenin, sowie
- ein weiterer späterer Führer der Russischen Revolution, Leo Trotzki.
Das Manifest unterzeichneten:
Im Namen der internationalen sozialistischen Konferenz: Für die deutsche Delegation: Georg Ledebour, Adolph Hoffmann; für die französische Delegation: A. Bourderon, A. Merrheim; für die italienische Delegation: G.E. Modigliani, Constantino Lazzari; für die russische Delegation: N. Lenin, Paul Axelrod, M. Bobrow; für die polnische Delegation: St. Lapinski, A. Warski, Cz. Hanecki; für die interbalkanische sozialistische Föderation: im Namen der rumänischen Delegation: C. Rakowski, im Namen der bulgarischen Delegation: Wassil Kolarow; für die schwedische und norwegische Delegation: Z. Höglund, Ture Nerman; für die holländische Delegation: H. Roland-Holst; für die schweizerische Delegation: Robert Grimm, Charles Name.
Da den englischen Delegierten die Reisepässe verweigert wurden, konnten sie zur Konferenz nicht anreisen und folglich das Manifest auch nicht unterzeichnen.
Lenins Zusatzprotokoll
Geschrieben von Leo Trotzki, fügte Lenin dem Zimmerwalder Manifest vor seiner Annahme ein eigenes, radikaleres Zusatzprotokol hinzu, mit welchem er das proletarische Potential zur Umwandlung des "imperialistische Krieges" in einen Bürgerkrieg ansprach. In seiner Ambivalenz zwischen pazifistischen und kommuninistischen Elementen trug das Manifest in der Folge entscheidend zur Spaltung der Sozialistischen Internationale in "Sozialpatrioten" (Diktion des 1. Kongresses der Kommunistischen Internationalen) und "revolutionäre Proletarier" bei.
Liquidation der Zimmerwalder Vereinigung
Mit der Gründung der Kommunistischen Internationalen (= Komintern) am 4. März 1919 in Moskau und der hier beschlossenen Liquidation der Zimmerwalder Vereinigung ging "alles, was wirklich revolutionär [...] war" (Protokoll des 1. Kongresses der Kommunistischen Internationale, Hamburg 1921, S. 147) in die Kommunistische Internationale über und Sozialistische und Kommunistische Internationale von da an getrennte Wege.
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