Zirbelkiefer

Zirbelkiefer
thumb|250px|Zirbelkiefer (Pinus cembra)
Systematik
Klasse: Pinopsida
Ordnung: Kiefernartige (Pinales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Kiefernähnliche (Pinoideae)
Gattung: Kiefern (Pinus)
Wissenschaftlicher Name
Pinus cembra
Carl von Linné

Die Zirbelkiefer (Pinus cembra) kommt in zwei Unterarten vor, deren Areal 2000 km auseinander liegt: Die mitteleuropäische Alpenzirbe (ssp. cembra) und die sibirische Zirbe (ssp. sibirica), von den Russen "kedr" genannt. Synonyme sind Zirbe (in Österreich und Bayern) und Arve (in der Schweiz).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Alpenzirbe wird 20 bis 30 m hoch und kann einen Maximaldurchmesser von 1,7 m erreichen. Sie besitzt ein beträchtliches Lebensalter von 700 bis 1000 Jahre. Die buschigen, 5 bis 12 cm langen Nadeln stehen zu fünft an Kurztrieben und sind sehr weich. Die Zirbe ist einhäusig, die Blütezeit ist von Mai bis Juli, die Samen reifen im zweiten Jahr im September bis Oktober. Im Freistand wird die Blühfähigkeit mit 50 Jahren erreicht, im Bestand noch später. Die eiförmigen Zapfen sind 5 - 13 cm lang und 4 - 8 cm breit. Sie enthalten ungeflügelte, etwa 1 cm große, nussartige Samen mit harter Schale.

Die Zirbelkiefer ist sehr gut an kalte Winter angepasst und verträgt Temperaturen bis -50° C.

Vorkommen

Die Alpenzirbe kommt in einer Höhe von 1300 m bis 2850 m vor, bevorzugt zwischen 1500 und 2000 m. Sie bildet Reinbestände oder ist mit der Lärche (Larix decidua) vergesellschaftet. Verbreitet ist sie im Alpenraum und den Karpaten. Größere Bestände finden sich in Österreich in den Hohen Tauern, den Ötztaler Alpen und den Seetaler Alpen, in der Schweiz im Wallis und im Oberengadin. In Deutschland gibt es kleinere Bestände bei Berchtesgaden. Die sibirische Zirbe hat ein großes Verbreitungsgebiet vom Ural bis Mittelsibirien zwischen dem 45. und 68. Breitengrad. Sie besiedelt häufig feuchtere bis nasse Standorte.

Da nur noch kleine Zirbenbestände in Europa vorhanden sind und die Zirbe sehr langsam wächst, ist dieser Baum teilweise geschützt. So ist in Oberösterreich das Ernten von Zirbenzapfen verboten, in der Steiermark und in Tirol jedoch erlaubt.

Besonderheiten

Die Zirbe ist weitgehend resistent gegen den Pilz Strobenrost (Cronartium ribicola), der die nahe verwandte Weymouthskiefer stark gefährdet. Die Zirbelkiefer steht in enger Lebensgemeinschaft mit dem Tannenhäher, dessen Hauptnahrungsquelle die Zirbelnüsse sind. Er legt ab August zahlreiche Vorratsverstecke mit Zirbensamen an. Etwa 20% davon findet er im Winter nicht wieder und aus ihnen keimen Zirbensämlinge. So sorgt er für eine Fernverbreitung der schweren, nicht flugfähigen Samen.

Nutzung

Die Zirbe ist ein Kernholzbaum. Der schmale Splint ist gelblich, das Kernholz rötlich und stark nachdunkelnd. Das Holz ist harzreich, weich, zäh, sehr dauerhaft und verströmt einen angenehmen Duft. Es wird im Innenausbau für Vertäfelungen, als Möbelholz (für Bauernküchen), für Schindeln und für Schnitzarbeiten genutzt. Es sollen auch, mangels anderer Holzarten im alpinen Gelände, Almhütten daraus gezimmert worden sein. Die wohlschmeckenden Samen, die 70% Fette und 20% Eiweiss enthalten, wurden früher im Alpenraum als Nahrungsmittel verwendet und werden heute noch in Sibirien gehandelt. Eine Spezialität ist der Zirbengeist, bei dem drei bis vier Zirbenzapfen pro Liter Schnaps, mehrere Wochen eingelegt werden, bis der Sud eine dunkelbraune-rötliche Farbe angenommen hat.

Sonstiges

thumb|Zirbenzapfen ("Zirbelnuss")

Der Zapfen der Zirbelkiefer wird auch Zirbelnuss genannt und hat im mitteleuropäischen Raum seit römischer Zeit Bedeutung als Fruchtbarkeits- und Unsterblichkeitssymbol. Die Zirbelnuss ist bis heute im Stadtwappen von Augsburg.


Kategorie:Nacktsamer Kategorie:Baum Kategorie:Alpenflora

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