Tight junction
thumb|Schematische Darstellung einer Epithelzelle Tight Junctions (Zonula occludentes) sind schmale Bänder aus Membranproteinen, die Epithel- und Endothelzellen von Wirbeltieren (z.B. Nieren-, Harnblasen- und Darmepithel, Blut-Hirn-Schranke) vollständig umgürten. Sie befinden sich im apikalen (der Außenseite näheren) Bereich der seitlichenen Zellmembran und stellen dadurch, dass die Bänder von benachbarten Zellen aneinander binden, einen sehr engen Kontakt zwischen den Membranen zweier benachbarter Zellen her. Diese Kontakte bilden eine Diffusionsbarriere, die den parazellulären Transport, von Molekülen über das Epithel verhindert bzw. kontrolliert ("barrier-function"). Vor kurzem wurde gezeigt, dass Tight Junctions neben der Lipidbarriere für die Permeabilitätsbarriere in der Haut verantwortlich sind.
Außerdem haben sie so genannte "Zaun-Funktion" ("fence-function"): Sie verhindern die freie Bewegung von Membrankomponenten und erhalten dadurch die Polarität der Epithelzellen, indem sie sie in apikale und basale Bereiche unterteilen.
Die wichtigsten bisher bekannten Membranproteine der Tight junctions sind Occludin und vor allem die Familie der Claudine. Von der Familie der Claudine sind in Wirbeltieren bislang 24 verschiedene bekannt, in anderen Eukaryoten wie zum Beispiel dem Fadenwurm Caenorhabditis elegans sind es vier und in der Taufliege Drosophila melanogaster sieben. Diese integralen Membranproteine sind netzförmig angeordnet und bringen die Membranen zweier Zellen in einer Art Kopf-an-Kopf-Kontakt direkt aneinander. Sie bilden wässrige Poren, die selektiv bestimmte Ionen und Moleküle hindurchlassen, während andere zurückgehalten werden. Die Spezifität der Diffusionbarriere wird dabei durch die unterschiedliche Zusammensetzung der Claudine den jeweiligen Anforderungen, die das Epithel erfüllen muss, angepasst.
Siehe auch: Zellkontakt
