Zoonose

Als Zoonose wird eine von Tieren auf den Menschen übertragbare Krankheit bezeichnet. Umgekehrt kann aber auch der Mensch wieder die Tiere infizieren.Tiere stellen somit ein Reservoir für die Krankheitserreger dar.

Die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1959 besagt, daß Zoonosen Krankheiten und Infektionen sind, die auf natürliche Weise zwischen Mensch und Wirbeltier ausgewechselt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Einteilund der Zoonosen

Reservoir und Endwirt

Anthropozoonosen

Die Infektion wird ausschließlich vom Tier auf den Menschen übertragen. Ein Beispiel ist die Infektion mit Toxocara canis.

Zooanthroponosen

Die Infektion wird wird beinahe ausschließlich vom Menschen auf Tiere übertragen. Ein Beispiel ist die Infektion mit Entamoeba histolytica.

Amphixenosen

Die Infektion kommt sowohl beim Mensch als auch beim Tier vor und wird in beide Richtungen übertragen. Ein Beispiel ist die Infektion mit Taenia saginata.

Lebenszyklus

Direkte (ortho) Zoonose

Die Zoonose wird durch direkten Kontakt oder einen mechanischen Vektor vom einen Vertebrat auf den anderen Vertebrat übertragen. Ein Beispiel ist die Infektion mit Sarcoptes scabiei.

Zyklozoonose

Bei der Zyklozoonose muss der Erreger zwischen verschiedenen Wirten wechseln. Sowohl Zwischen- als auch Endwirt sind Vertebraten. Diese Form der Zoonose wird ausschließlich bei parasitären Erregern beobachtet, die einen heteroxenen Zyklus haben.

Metazoonose

Bei einer Metazoonose muss der Erreger zwischen verschiedenen Wirten wechseln. Der Zwischenwirt ist ein Invertebrat.

Saprozoonose

Saprozoonosen haben ein nicht tierliches Reservoir. Als Beispiele für Reservoirs zählen Pflanzen, Erde und Wasser. Beispiele für Erreger die unter diese Klasse fallen sind Giardia intestinalis, Ancylostoma und Toxocara canis.

Latente Zoonose

Übertragung der Zoonose durch zum Beispiel Fleisch. Der Erreger verursacht beim Zwischenwirt keine Symptome.

Erreger von Zoonosen

Zoonosen können durch Viren, Prionen, Bakterien, Protozoa, Pilze (vor allem Hautpilze) und Parasiten verursacht werden.

Virale Zoonosen

Prion induzierte Zoonosen

Bakterielle Zoonosen

Zoonotische Mykosen

Parasitäre Zoonosen

Protozoa

Helminthen

Insekten

Vorkommen

Die Inzidenz und Prävalenz der meisten Zoonosen ist schwer einzuschätzen. Einerseits bleiben viele Zoonosen undiagnostiziert andererseits besteht für die meisten Zoonosen keine Anzeigepflicht.

Allgemein gültig ist jedoch, daß je frequenter und je direkter ein Kontakt mit Tieren besteht, desto größer auch die Chance sich mit einer Zoonose zu infizieren.

Essgewohnheiten können einen Einfluss auf die Verbreitung von Zoonosen haben. So ist die Prevalenz von Toxoplasmose in England niedriger als in Frankreich, weil Engländer weniger rohes oder angebratenes Fleisch essen. Zysticercose, ein Befall des Menschen mit Larven des Schweinebandwurms, kommt in jüdischen oder islamischen Bevölkerungsgruppen nicht vor, da diese kein Schweinefleisch essen.

Gefahren

Eine besondere Gefahr geht von der steigenden Beliebtheit exotischer Tiere aus. Krankheiten bei diesen Tieren und somit auch Zoonosen sind weitgehend unerforscht. Unbekannte oder seltene Erreger können eine Diagnose erschweren und somit eine rechtzeitige Therapie unmöglich machen. Diese Tiere können auch als Vektor von artuntypischen Krankheiten fungieren.

So kam es 2005 zu mehreren Todesfällen in Deutschland durch Tollwut. Eine Patientin infizierte sich in Indien mit der Tollwut. Die Symptome der Krankheit wurden damals dem Drogenkonsum der Patientin zugeschrieben und so kam es nach dem Tod der Patientin zu Infektionen bei mehreren Organtransplantierten, die Organe von der Patientin erhielten.

Die Salmonellose wird vor allem über Lebensmittel (Eier, Milchprodukte, Geflügelfleisch) übertragen. Sie ist die am häufigsten gemeldete Zoonose. Hohe Temperaturen erhöhen die Gefahr, dass sich Salmonellen in Lebensmitteln vermehren.

Immunoinkompetente Menschen, wie zum Beispiel AIDS-Patienten oder Menschen die sich einer Chemotherapie unterziehen, immunschwache Menschen, wie zum Beispiel Alte Menschen oder Kinder, sind zusätzlich der Gefahr ausgesetzt, sich mit Erregern zu infizieren, die normalerweise bei Menschen nicht zu patenten Infektionen führen.

Bestimmte Berufsgruppen, wie zum Beispiel Veterinären oder Landwirten, haben ein erhöhtes Infektionsrisiko, da sie oft mit Vektoren zusammentreffen.

Prävention

Jeder Mensch, der mit Tieren oder ihren Produkten in Berührung kommt, kann einer Infektion ausgesetzt werden. Dabei ist es irrelevant, ob der Mensch Tiere bejagt oder als Nutz- oder Haustiere domestiziert.

Infektionen von Tiere auf Menschen werden durch die gleichen Methoden vermieden, wie auch bei zwischenmenschlichen Infektionen. Bei der Tierhaltung ist Hygiene (saubere Ställe und Gehege, Reinigen der Hände, Desinfektion (etwa Kochen und Bügeln) von Textilien) die wichtigste Maßnahme.

Die Ausrottung gefährlicher Zoonosen, wie zum Beispiel der Tuberkulose, beziehungsweise die Bekämpfung von Erregern durch regelmäßige Behandlung, wie zum Beispiel einer Entwurmung, trägt dazu bei das Infektionsrisiko zu verringern.

Weblinks

!Zoonose Kategorie: Veterinärmedizin

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