Zuckerrübe

Zuckerrübe
300px|none|ZuckerrübeZuckerrübe (Beta vulgaris subsp. rapacea var. altissima)
Systematik
Unterklasse: Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Gänsefußgewächse
(Chenopodiaceae)
Gattung: Runkelrüben (Beta)
Art: Runkelrübe (B. vulgaris)
Unterart: B. v. subsp. rapacea
Varietät: Zuckerrübe (var. altissima)

Die Zuckerrübe (Beta vulgaris subsp. rapacea var. altissima) ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze und gehört zur Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae).
Sie entstand durch Züchtung aus der Runkelrübe, bei der gezielt auf einen hohen Zuckergehalt selektiert wurde. Die Zuckerrübe ist weltweit eine der bedeutendsten Rohstoffquellen zur Gewinnung von Zucker. Der Rübenzucker macht heute etwa 45% der Weltzuckerproduktion aus.

Inhaltsverzeichnis

Biologie

Die Zuckerrübe ist eine zweijährige Pflanze, bildet also erst im zweiten Jahr Samen aus.

Im ersten Jahr entwickelt sie im vegetativen Entwicklungsstadium oberirdisch eine Blattrosette mit ca. 20 breitflächigen, bis zu 30 cm langen Blättern und die Wurzel verdickt sich zu einem weißen Rübenkörper. Die Zuckerrübe ist ein Pfahlwurzler, ihre Wurzeln können bis zu anderthalb Meter tief in den Boden reichen.

Die Ernte erfolgt nach dem ersten Jahr, da in diesem Zeitraum die Speicherung von Reservestoffen erfolgt und damit der Zuckergehalt, der den wirtschaftlichen Nutzen bestimmt, am höchsten ist. Zum Erntezeitpunkt hat die Rübe ein Gewicht von ca. 700–800 g. Der höchste Zuckergehalt konzentriert sich im Mittelstück der Rübe.

Im zweiten Jahr, der generativen Phase, entsteht ein 1,5 m hoher verzweigter Spross mit unscheinbaren, fünfzähligen Blüten. Die Zuckerrübe ist Fremdbefruchter.

Vorkommen und Standortansprüche

Die Heimat der Urform der Zuckerrübe, der Wilden Runkelrübe (Beta vulgaris subsp. maritima), ist die Küste des Mittelmeers und die europäische Atlantikküste, nach Norden bis Schottland und Südschweden.

Die Zuckerrübe wird vorwiegend im gemäßigtem Klimabereich kultiviert. Hauptverbreitungsgebiet ist Europa, aber auch in den USA, in Kanada und in Asien wird die Zuckerrübe angebaut.
Für einen hohen Ertrag benötigt die Zuckerrübe gemäßigte Temperaturen, viel Licht, viel Wasser, tiefgründige nährstoffreiche Böden mit guter Wasserführung. Der Wasserbedarf der Zuckerrübe ist besonders im Juli und August hoch. Im Frühjahr ist die Pflanze frostempfindlich.

Anbau

Die Aussaat erfolgt Mitte März bis Anfang Mai. Technisch aufwendig aufbereitetes Saatgut wird mit Einzelkornsämaschinen in Reihen im Abstand von 45cm bzw 50cm ausgebracht, dabei wird ein Bestand von 7 – 11 Pflanzen pro m² erreicht.

Von Mitte September bis Anfang November werden die Rüben geerntet. Blattwerk und Rübenkopf werden von der Rübe getrennt, anschließend wird die Rübe gerodet. Die Ernte erfolgt maschinell mit Rübenrodern, meist in einem Arbeitsgang. Die Erträge liegen bei 400-700 dt/ha.

Verwendung

Die Zuckerrübe wird als Rohstoff für die industrielle Produktion von Zucker (Saccharose) angebaut. Die Zuckerausbeute beträgt etwa 16-17%.

Als Nebenprodukt fällt bei der Ernte Rübenblatt an, das zum größten Teil als Gründüngung wieder in den Boden eingearbeitet wird. In geringem Umfang wird das Rübenblatt als Futter für Rinder verwendet.

Die Rückstände der Zuckerherstellung, wie die ausgelaugten Rübenschnitzel und die Melasse, dienen als Futtermittel.

Wirtschaftliche Bedeutung

Rund ein Drittel des derzeit weltweit produzierten Zuckers wird aus Zuckerrüben gewonnen. In der EU werden ca. 120 Millionen Tonnen Rüben pro Jahr produziert, aus welchen die europäische Zuckerindustrie 14 - 16 Millionen Tonnen Kristallzucker gewinnt. Deutschland und Frankreich sind die Hauptproduzenten; aber in nahezu allen europäischen Ländern wird Zucker hergestellt. Fast 90 Prozent des in Europa konsumierten Zuckers stammen heute aus heimischem Anbau

Geschichte

See also: Zuckerrübe, 1747