Zugversuch
Der Zugversuch ist ein nach DIN EN 10 002 genormtes Standardverfahren der Werkstoffprüfung und dient zur Bestimmung von Werkstoffkennwerten durch Dehnen von länglichen Proben mit kleiner Querschnittsfläche bis zum Bruch. Das Ergebnis des Zugversuchs ist das Spannungs-Dehnungs-Diagramm, aus dem die verschiedenen Kenngrößen ermittelt werden können:
- E: E-Modul
- Elastizitätsgrenze
- Rp: Dehngrenze
- Re: Streckgrenze
- ReL: Untere Streckgrenze
- ReH: Obere Streckgrenze
- Rm: Zugfestigkeit
- Ag: Gleichmaßdehnung
- A: Bruchdehnung
- Z: Brucheinschnürung
Die Proben sind für verschiedene Werkstoffe und Materialien, aus denen die Werkstoffe entnommen werden in der DIN 50125 definiert. Für die Bruchdehnung wird bei sog. Proportionalstäben (bei denen die Messlänge ein festes Vielfaches des Durchmessers ist) der Proportionalitätsfaktor im Index angegeben, bei anderen Proben die Messlänge.
Im instrumentierten Zugversuch wird kontinuierlich der Istquerschnitt der Probe gemessen und daraus die wahre Spannung kf berechnet. Für den Maschinenbau ist aber im wesentlichen das elastische Verhalten des Materials interessant, weshalb oftmals die Angaben aus dem nicht instrumentierten Versuch ausreichen.
