Kaliumcyanid

KCN

thumb|center|250px|Tödliche Dosis Kaliumcyanid

Allgemeines
Name Kaliumcyanid
Summenformel KCN
Andere Namen Zyankali, Cyankalium, Blausaures Kalium
Kurzbeschreibung farblose Kristalle mit Geruch nach Bittermandeln
CAS-Nummer 151-50-8
Sicherheitshinweise
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T+ Sehr giftig / Umweltgefährdend
R- und S-Sätze R 26/27/28-32-50/53
S: 1-7-28.1-29-45-60-61
Handhabung Staub und Dämpfe absolut nicht einatmen.


Schutzmaske und Gummihandschuhe tragen, Vorsicht: Kaliumcyanid ist hautresorptiv

Lagerung Behälter dicht geschlossen halten, Lagerung kühl und trocken.

Lagerklasse: 6.1BS Nicht brennbare giftige Stoffe, fest

MAK 5 mg/m3
LD50 (Ratte) 5 mg/kg
LD50 (Kaninchen) 5 mg/kg
Physikalische Eigenschaften
Aggregatzustand fest
Farbe farblos
Dichte 1,560 g/cm³
Molmasse 65,1 g/mol
Schmelzpunkt 635-639 °C
Siedepunkt 1625 °C
Weitere Eigenschaften
Löslichkeit 716,0 in g/l (Wasser)
Gut löslich in Wasser
Schlecht löslich in hydrophoben Lösungsmitteln
Analytik
Klassische VerfahrenNachweis Cyanid-Ionen:
Zu einer alkalischen Cyanid-Lösung wird im Underschuss Eisen(II)-sulfat-Lösung zugegeben. Sind Cyanid-Ionen vorhanden bildet sich nach dem Ansäuren (Vorsicht: HCN-Bildung!) Berliner Blau.

SI-Einheiten wurden, wo möglich, verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, wurden Normbedingungen benutzt.

Kaliumcyanid (Zyankali, KCN, englisch: potassium cyanide) ist das Kaliumsalz der Blausäure (HCN).

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Kaliumcyanid bildet farblose Kristalle, die bittermandelartig riechen, einen Schmelzpunkt von 634 °C haben, sich gut in Wasser, aber nur schlecht in Alkohol lösen. Die Verbindung ist genauso gefährlich wie Blausäure, Fische sterben bei einer Cyanidkonzentration von 1 bis 5 Mikrogramm pro Liter Wasser; für kleinere Säugetiere liegt die tödliche Konzentration bei einigen Milligramm pro Liter. Bei einem erwachsenen Menschen beträgt die tödliche Dosis etwa 140 Milligramm CN-, dabei ist auch Hautresorption möglich.

Auch mit schwachen Säuren (wie der Kohlensäure) wird aus Kaliumcyanid Blausäure freigesetzt, bei längerem Lagern bildet sich durch Kohlendioxidaufnahme aus der Luft Kaliumcarbonat.

Herstellung

Die technische Herstellung erfolgt aus Blausäure und Kalilauge (Neutralisation und nachfolgendes Eindampfen).

HCN + KOH \rightarrow KCN + H_2O

In früherer Zeit hergestellt durch Einwirken von Kohlenstoffmonoxid und Ammoniak auf Kaliumcarbonat (Pottasche) bei einer Temperatur von etwa 600 °C. Eisen diente bei dieser Reaktion als Katalysator, es entsteht neben KCN auch Wasser, CO2 und Wasserstoff:

3CO + 2NH_3 + K_2CO_3 \rightarrow 2KCN + 2H_2O + H_2 + 2CO_2

Verwendung

Kaliumcyanid wird hauptsächlich zur Goldgewinnung (Cyanidlaugerei) und in galvanischen Bädern, aber auch in der organischen Synthesechemie verwendet (besonders zur Darstellung von Nitrilen).

Als Mordinstrument dreht sich außerdem mancher Krimi um diesen Stoff.

Weblinks

Literaturhinweise

See also: Kaliumcyanid, Aggregatzustand, Alkohol, Berliner Blau, Blausäure, CAS-Nummer, Dichte, Eisen(II)-sulfat, Farbe, Fische